Stella & Dot und Co.: Social Selling vor allem bei Frauen beliebt

+
Social Selling ist die Antwort auf oftmals unzureichende oder fehlende Beratung beim Online-Shopping.

Schnell, bequem und einfach: Online-Shopping ist mittlerweile zur Normalität geworden. Was dabei jedoch meist auf der Strecke bleibt und vielen Käufern fehlt, ist die individuelle Beratung. Die Antwort darauf heißt Social Selling.

Online kaufen Frauen bevorzugt Kleidung ein.Während in der realen Welt die beste Freundin gefragt wird, ob sie als Beraterin mit auf eine Shoppingtour kommt, helfen im World Wide Web lediglich Produktrezensionen oder der Kundenservice. 

Das Problem lösen will das sogenannte Social Selling, eine Kombination aus Online-Shopping und direktem Kundenkontakt. Ein Teilaspekt dessen, nämlich der Direktvertrieb, durch den der Kunde in einen persönlichen Dialog mit dem Verkäufer kommt und sich beraten lassen kann, ist in den letzten Jahren auf 15 Milliarden Euro gewachsen. Davon profitieren vor allem die Händler: Nur jeder 200. Artikel, der durch das Social Selling im Zuge von Verkaufspartys verkauft wurde, wird wieder zurückgegeben. Im Online-Handel hingegen ist es knapp jedes siebte Produkt. 

Mehr als Tupperware-Partys

Dass Social Selling mehr ist als eine neue Form altbekannter Tupperware-Partys, hat das Start-up Stella & Dot im Jahr 2007 bewiesen. Während es für Unternehmen beim Social Selling normalerweise darum geht, im Social Net Geschäftsbeziehungen zum Kunden aufzubauen, laufen Stella & Dot Trunk Shows um einiges familiärer ab. 

Die Gründerin Jessica Herrin hatte bereits früh die Geschäftsidee, Online-Shopping & Social Selling geschickt miteinander zu vereinen. Der Clou: Die Verkäuferinnen sind meist ganz normale Frauen, die Kinder und Karriere unter einen Hut bringen möchten oder aber noch nicht das nötige Startkapital für ihre eigene Boutique aufgebracht haben. Jeder kann für knapp 200 bis 700 Euro ein Starterpaket kaufen und in seinem Freundeskreis eine eigene Trunk-Show veranstalten. 

Social Selling in den USA seit Jahren ein Hit

In den USA ist diese Form des Social Selling seit Jahren ein Hit und Stella & Dot damit zu einem der erfolgreichsten Start-ups des Silicon Valleys geworden. Da die Trunk-Shows von den Stylistinnen in ihrem Bekanntenkreis selbst veranstaltet werden, bleiben Freundinnen quasi unter sich. 

Seit knapp zwei Jahren ist Stella & Dot auch in Deutschland aktiv und hat derzeit etwa 1.500 Stylistinnen. Ein fast identisches Konzept stammt übrigens aus Hamburg und Frankfurt am Main und nennt sich Pippa & Jean. Die Macher dahinter, Gerald Heydenreich und Annette Albrecht-Wetzel, wollen Frauen den Weg in die Selbständigkeit ebnen und klassische Elemente des On- und Offline-Handels miteinander vereinen. 

Bildrechte: Flickr Stella & Dot Display Jeanna CC BY-ND 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Kommentare