Die Typen der virtuellen Selbstpräsentation

Fotos, Videos, Statusmeldungen – täglich präsentieren wir unsere Alltagserlebnisse in den sozialen Netzwerken. Doch warum tun wir dies eigentlich und welche Nutzertypen lassen sich herauskristallisieren?

Snapchat: Gruß der Vergänglichkeit 

Snapchat bietet seinen Nutzern die Möglichkeit, Freunden und allen Followern, Fotos und Videos für wenige Sekunden zur Verfügung zu stellen. Mit der Anwendung werden die kleinen Dinge geteilt, die anschließend wieder aus dem Leben verschwinden. Zu Beginn mussten die Entwickler gegen das Vorurteil und den Ruf der "Sexting"-App ankämpfen, da die Vergänglichkeit der Bilder auch dazu genutzt wurde, häufiger Nacktbilder an das Gegenüber zu verschicken. Inzwischen nutzen rund 130 Millionen Menschen auf der ganzen Welt jeden Tag Snapchat. Wie das Magazin Bravo mithilfe einer Umfrage ermittelt hat, ist die App, die sich durch den Reiz der Vergänglichkeit auszeichnet, vor allem bei jungen Nutzern mittlerweile beliebter als Facebook. Snapchat gehört für 35 Prozent (Vorjahr: 17 Prozent) der Befragten (10- bis 19-Jährige) zu den drei meistgenutzten Social Media Apps.

YouTube: Die lebendige Selbstdarstellung 

YouTube kommt in der Umfrage auf 56 Prozent. Der Begriff "YouTuber" hat sich inzwischen in den Sprachgebrauch integriert und bezeichnet Leute, die regelmäßig etwas für ihre Fans aufnehmen und auf dem Portal teilen. Oft sind es Tutorials oder Vlogs, in denen sowohl alltägliche als auch spezielle Dinge erklärt werden. 

Facebook: 24 Stunden Erreichbarkeit am Tag 

Facebook erreicht in derselben Altersklasse 32 Prozent und landete auf dem fünften Rang. Gerade Facebook wird dafür genutzt, Alltägliches für eine längere Zeit, aber auch immer wieder besondere Momente beispielsweise in Form von Hochzeitsbildern oder den ersten Fotos des Neugeborenen zu teilen. Auch für Unternehmen wird die Social Media-Plattform immer wichtiger, da eine immense Zahl an potentiellen Kunden gleichzeitig angesprochen werden kann. Zudem schläft Facebook nie und Nachrichten sowie Informationen können 24 Stunden am Tag verbreitet und gelesen werden. Forscher der Utah Valley Universität stellten 2012 fest, "dass Facebook unzufrieden macht, wenn sich Nutzer ständig mit den Photoshop-Leben ihrer Kontakte vergleichen". Ähnlich unglücklich dürfte Instagram machen. Die App erreichte in der Umfrage 52 Prozent und ist dafür gedacht, täglich Bilder aus dem Alltag mit dem Freundeskreis zu teilen. Die Freunde dürfen dann ein Like abgeben und kommentieren. 

Auch Geschäfte haben rund um die Uhr geöffnet

Doch nicht nur die Social Media-Plattformen haben 24 Stunden am Tag geöffnet. Auch viele Händler sind inzwischen mit einem eigenen Onlineshop im Internet vertreten, können ihre Produkte ohne Unterbrechung an den Kunden bringen und ihre Marke im Netz (re)präsentieren. Statt den bekannten .de- und .com-Domains dürfen Online-Shops zukünftig .shop-Endungen verwenden. Diese zum Beispiel von 1&1 angebotene Option ermöglicht Kunden in Zukunft bereits vor dem Klick zu sehen, dass sie auf einen Shop weitergeleitet werden. 

Bildrechte: Flickr social media Esther Vargas CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Kommentare