Verdacht am Arbeitsplatz - So dürfen Detektive eingesetzt werden

+
Durch Krankfeiern entsteht der Wirtschaft ein erheblicher Schaden.

Täglich meldeten sich im Sauerland im ersten Halbjahr 2016 etwa 4,4 Prozent der Beschäftigten krank oder fehlen aus anderweitigen Gründen bei der Arbeit. Der Schaden, welcher speziell durch Krankfeiern in der Wirtschaft entsteht, wird in die Milliardenhöhe geschätzt.

Immer wieder gibt es zudem Fälle, in denen sich findige Angestellte bezahlte Urlaubstage erschleichen oder die Leistungen anderweitig auskosten. Detektive bieten in diesem Fall die Möglichkeit, der Sache dezent auf den Grund zu gehen. Doch wann dürfen sie überhaupt eingesetzt werden? 

Der Verdacht des Arbeitgebers

Da ein Arbeitgeber stets unter wirtschaftlichem Druck steht, ist er dementsprechend auf Leistung und Loyalität seiner Angestellten angewiesen. Die Verdächtigung beginnt bereits damit, dass Arbeitnehmer beispielsweise während der Zeit eines nicht genehmigten Urlaubs krankgemeldet sind, oder eventuell die Dienste des Chefs in Form einer Lohnfortzahlung ausnutzen. Steht der Verdacht im Raum, so sorgt dies schnell für schlechte Stimmung im Unternehmen, die es doch zu vermeiden gilt. Für beide Seiten kann es daher besser sein, Klarheit zu schaffen, um entweder den Verdacht auszuräumen oder entsprechende Konsequenzen zu ergreifen. Damit ein Arbeitgeber nun Ermittlungen einleiten darf, muss erst ein berechtigter Verdacht vorliegen. Dies wäre zum Beispiel der Fall, wenn sich ein Angestellter aufgrund von Rückenproblemen krankmeldet, dann aber auf einer Baustelle als Helfer gesichtet wird. Wie eine Detektei aus Frankfurt zeigt, kann die Zahl der Krankmeldungen in einem Unternehmen plötzlich um bis zu 30 Prozent sinken, nachdem erste Nachforschungen angestellt wurden. 

Wann sich der Einsatz lohnt

In vielen Fällen erscheint der Einsatz von Detektiven nach dem Arbeitsrecht die bessere Lösung für Unternehmen zu sein, um dem aktuellen Höchststand der Krankmeldungen entgegenzuwirken. Denn nur auf einen bloßen Verdacht hin kann keine gesetzlich wirksame Kündigung durchgesetzt werden und auch die Gefahr einer falschen Verdächtigung ist gegeben. Selbstverständlich muss vor dem Engagement der Ermittler ein auf Tatsachen gestützter Verdacht vorliegen, da ansonsten die Rechte des Angestellten eingeschränkt werden würden. Im Rahmen einer Observation ist es dagegen möglich, ein eklatantes Fehlverhalten aufzudecken. Wird ein Fehlverhalten entdeckt, so ist es dank belastbarer Beweise, wie zum Beispiel eindeutiger Fotos, möglich, Maßnahmen zu ergreifen. Nun obliegt es dem Arbeitgeber zu entscheiden, ob es bei einer Mahnung bleibt, oder direkt eine Kündigung an den Angestellten ausgesprochen wird. Rechte des Arbeitnehmers

Nun geht es nicht darum, die Mitarbeiter dauerhaft zu bewachen, doch Blaumachern soll dennoch der Kampf angesagt werden. Tatsächlich gehen Experten im Sauerland bereits von einer sehr hohen Zahl an Beschattungen aus, die gemäß den gesetzlichen Vorschriften durchgeführt wurden. Da viele Fälle direkt intern verhandelt werden oder die Observation keine belastbaren Beweise zutage fördert, sind die meisten der Öffentlichkeit nicht bekannt. Gleichzeitig sollten sich die Arbeitnehmer darüber informieren, welche Aktivitäten im Rahmen einer Krankschreibung erlaubt sind. In den Supermarkt um die Ecke oder mit Freunden einen Kaffee in Iserlohn trinken zu gehen stellt in der Regel kein Problem dar. Sportliche Aktivitäten, die der Genesung entgegenstehen, können dagegen schon einen Verstoß darstellen. Gleiches gilt beispielsweise für das Ausüben eines Nebenjobs, welcher der Genesung grundsätzlich entgegenstehen würde. Angestellte sollten also genau darauf achten, wie sie die Tage nutzen, in denen sie krankgeschrieben sind.

Kommentare