Videospiele als Wertanlage: Sammler zahlen tausende Euro für seltene Games

Videospiele gelten einem Großteil der Bevölkerung als lockerer Zeitvertreib. Eine Wertanlange dürften jedenfalls nur die wenigsten Zocker in den Games sehen. Doch das Hobby kann auch richtig Geld bringen: Einige Raritäten schlagen preislich selbst teure Luxusgüter oder Kunstwerke auf Auktionen.

Warum ein Blick in den eigenen Keller lohnenswert sein kann und was einige Videospiele so ungeheuer im Preis steigen lässt, verrät der folgenden Artikel. 

17.500 US-Dollar für ein 26 Jahre altes Videospiel 

In Zeiten, in denen kostenlose Spiele ganz einfach im Internet auf Seiten wie prosiebengames.de gezockt werden können, verwundert es sehr, dass einige Sammler ihr Konto für ein einziges Spielmodul plündern. Doch das Game "Nintendo World Championship" brachte in einer eBay-Auktion stolze 17.500 US-Dollar. Das Modul erschien extrem limitiert auf der Nintendo-Konsole "NES" und wird von Sammlern seither als heiliger Gral gehandelt. Der Grund: Nur insgesamt 116 Exemplare wurden jemals hergestellt und im Rahmen des von Nintendo organisierten Turniers "PowerFest 1990" an die besten Spieler ausgeteilt. 90 Exemplare sind in klassischem Grau gehalten, 26 noch seltenere Module – wie jenes von der Auktion – waren goldgefärbt. Im Handel war das Spiel niemals erhältlich. In einer anderen Rekordauktion kam das Spiel 2014 zeitweise sogar auf unfassbare 100.000 Dollar – allerdings wurde das Gebot zurückgezogen. 

Ein Blick in den Keller lohnt sich 

Was bei Videospielen und ihrem späteren Wert zählt, sind neben der verfügbaren Stückzahl vor allem solche außergewöhnlichen Geschichten – außerdem der Zustand des Spiels und die Reputation. Sicherlich lagern solche Juwelen nur in den verstaubten Kisten der wenigsten Hobby-Gamer. Ein Blick in den Keller lohnt sich trotzdem: Beispielsweise könnte man mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit beim Durchwühlen alter Kartons auf das Spiel "The Legend of Zelda: Ocarina of Time" stoßen, das laut Portal Gamona immerhin Spitzenpreise zwischen 150 und 300 US-Dollar einbringt. Das Spiel ist beileibe nicht so selten, gilt diversen Fachmedien und der Rankingseite Metacritic zufolge dafür noch immer als bestes Videospiel aller Zeiten (nach derzeitigem Stand). Ausschlaggebend für die Preisspanne ist in diesem Fall eher der Zustand und dieser enorme Kultstatus: Das Spiel erschien im Herbst 1998 – wie alle Games für die Konsole "Nintendo 64" (N64) – nicht in den heute üblichen Plastikhüllen, sondern in einer Pappschachtel mit aufwendiger Anleitung. Als Datenträger diente ein Steckmodul. Da die Schachteln häufig als platzraubende Staubfänger weggeworfen wurden, sind originalverpackte N64-Games in makellosem Zustand selten und damit wertvoll geworden. Man sollte in jedem Fall darauf achten, dass die kleinen Kartons keine Knicke, Kratzer oder Dellen aufweisen – das mindert den Wert enorm. Bei einem Spiel mit einer solchen Reputation bringt aber selbst das lose Original-Spielmodul noch einige Euro. Aber wer weiß, was für kleine Schätze sonst noch in den längst vergessenen und verstaubten Kellerregalen der Bundesrepublik lagern? 

Bildrechte: Flickr Nintendo World Championships Ben Stephenson CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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