Vorsicht: Wintereinbruch

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Winterreifen von Oktober bis Ostern

Auch wenn die Wettervorhersagen über die Weihnachtsfeiertage warmes Wetter ohne Schnee und Eis prognostizieren: Der Wintereinbruch kann von einem Tag zum anderen kommen.

Wer dann unvorbereitet auf die veränderten Straßenverhältnisse trifft, könnte unangenehm überrascht werden und seinen Wagen in engem Kontakt zu einem Verkehrsschild wiederfinden.

Auch 2014 ließ der Winter im Dezember auf sich warten, die Weihnachtstage blieben schneefrei. Ende des Monats brach er dann umso heftiger über Mitteleuropa herein. Bereits am ersten Tag blieben im Osten Frankreichs 15.000 Reisende im Schnee stecken und mussten in Notunterkünfte gebracht werden. Mehrere Flughäfen in Großbritannien mussten geschlossen werden, in mehr als 100.000 britischen Haushalten fiel der Strom aus. In Deutschland kam es wegen Schnee und Eis zu Flugausfällen und Autounfällen mit Toten und Verletzten.

Mit Wetterumbrüchen muss man rechnen

Aus der Sicht einiger Wissenschaftler sind derartige Wetterumbrüche wenig überraschend. Klimastudien hatten extreme Wintereinbrüche seit längerem prognostiziert. Professor Vladimir Petoukhov vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung sagte 2010 eine Verdreifachung extremer Wintereinbrüche in Europa und Nordasien voraus. Die Ursache sei die Abnahme von Eis in der Arktis, was zur Entstehung warmer Luftschichten über dem Meer und schließlich zur Bildung von kalten Hochdruckgebieten führe.

Umrüsten auf Winterreifen ratsam

Autofahrer sollten seit Oktober ohnehin auf den Winter vorbereitet sein. Das betrifft vor allem die Bereifung. Es gibt in Deutschland zwar keine Winterreifenpflicht, generell wird aber empfohlen, auf Winterreifen umzurüsten. Die speziellen Reifen haben nicht nur bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und auf Schnee ihre Vorteile, sondern greifen auch bei Nässe und Laubfall besser. Auf genau diiese Bedingungen bezieht sich die bekannte O-O-Regel: von Oktober bis Ostern.

Zur richtigen Ausrüstung gehören nicht nur Winterreifen

Die Gewährleistung der freien Sicht auf die Fahrbahn hat ebenfalls Priorität. Falls alte Wischerblätter Schlieren aufweisen, sollten sie ausgetauscht werden. Der Schonung der Gummis dient das Hochklappen der Wischblätter. Die Gummis der Blätter wie auch der Tür und Heckklappe sollten mit einem Fettstift oder Talkum eingerieben werden. Als Equipment gehören im Winter zudem bestimmte Dinge ins Auto. Dazu gehören Eiskratzer, Handschuhe, ein Starthilfekabel und Abdeckfolie für die Windschutzscheibe, außerdem eine warme Decke für einen möglichen Stau. Der Türschlossenteiser sollte immer greifbereit sein und sich nicht innerhalb des Wagens befinden.

Proberunden ratsam

Wenn der erste Schnee auf der Straße liegt, empfehlen sich ein paar Proberunden mit Bremsmanövern, damit man das richtige Gefühl für die reduzierte Traktion beim Geradeausfahren und für die schwachbrüstige Seitenführung in Kurven bekommt. Testen Sie die Vollbremsung bei 30 km/h, um zu spüren, inwieweit die Lenkfähigkeit erhalten bleibt. Gehen Sie in Kurvenmanöver, in denen Sie testen, ob beziehungsweise wann der Wagen ausbricht. Mit den Ergebnissen der Manöver werden Sie die Weiterfahrt mit einem sicheren Gefühl angehen.

Fahren auf geschlossener Schneedecke erfordert zwar eine bestimmte Fahrweise, die aber einfach umsetzbar ist, solange man nicht nervös wird. Jede abrupte, heftige Bewegung des Fahrzeugs ist zu vermeiden. Das Tempo ist moderat zu halten und es sind große Sicherheitsabstände zu halten. Vom Fahren auf Glatteis muss abgeraten werden. Die Reifenreibung strebt gegen Null, Bremswege und Seitenführung entweichen der Realität. Wer unbedingt fahren muss, sollte Fahren wie auf Schneeflächen, die Grenzen dabei allerdings um ein Vielfaches erweitern.

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