Umweltschonend (um)bauen

Grünes Bauen: Diese Fördermöglichkeiten gibt es

Beim „Grünen Bauen“ wird auf ein umweltschonendes Gesamtkonzept geachtet. Einige Banken fördern dies mit Öko-Krediten - sowohl beim Hausbau als auch bei Renovierungsmaßnahmen. Wie Sie von der Förderung profitieren.

Frankfurt am Main - Grünes Bauen, auch „Green Building“ genannt, legt besonderen Wert auf Baumaßnahmen zur Schonung der Umwelt: Sei es durch Erzielen eines möglichst niedrigen Energieverbrauchs oder ökologische Baustoffe. Um einen Anreiz für ökologisches Bauen zu schaffen, gibt es für besonders energieeffiziente und ressourcenschonende Immobilien und Umbaumaßnahmen staatlich geförderte Darlehen sowie einige grüne Kredite von verschiedenen Banken. Leider ist die Lage auf dem Fördermarkt relativ unübersichtlich, weshalb es meist ratsam ist, sich vorab an einen Experten zu wenden.

Energieeffizienz und Ressourcenschonung

Besonders Niedrigenergiehäuser, Solarhäuser, Plus-Energie-Häuser überzeugen mit ihrer besonders ökologischen Bauweise und werden dementsprechend gefördert. Während ein Plus-Energie-Haus sogar mehr Energie erzeugt, als es benötigt, sind Energiesparhäuser wie das Null-Energie-Haus in ihrer Versorgung ebenfalls autonom und erzeugen durch Solarthermie oder Photovoltaik genauso viel Energie wie benötigt. Die Schonung von Ressourcen durch die Verwendung grüner Materialien gehört zum Konzept des Green Buildings: Es sollte vor allem auf organische Baustoffe wie Holz oder andere gesundheitsfreundliche Materialien, etwa Kork, zurückgegriffen werden.

Neben der Ressourcenschonung ist im Fall des Plus-Energie-Hauses die Überproduktion von Energie auch eine mögliche Einnahmequelle. „Wir werden voraussichtlich mehr Energie erzeugen als wir verbrauchen“, verkündete Stephan Schwermer stolz bei der Eröffnung des Kindergarten-Neubaus in Heinsberg. Hier wurde nicht nur behindertengerecht sondern auch ökologisch gebaut. Der 600 Quadratmeter Bau des „Kuckucksnests“ war der erste Plus-Energie-Kindergarten im Kreis Olpe.

Zuschüsse vom Staat und grüne Darlehen von Banken

Bei der Beantragung auf Unterstützung grüner Bauvorhaben sollte Folgendes beachtet werden: Der Antrag auf Förderung muss vor Baubeginn mitgeteilt werden, nachträgliche Zuschüsse gibt es nicht. Je niedriger nun der Energieverbrauch der Immobilie ist, desto höher wird das Darlehen ausfallen. Die staatlich subventionierte Förderbank KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) vergibt für sogenannte Effizienzhäuser Darlehen zu günstigem Zinssatz. Darlehen bis zu 100.000 Euro sind möglich: Je höher der Öko-Faktor, desto höher das Darlehen. Hierfür wurden verschiedene Standards entwickelt, die den prozentualen Energieverbrauch im Vergleich zum Maximalwert angeben. Ein Effizienzhaus 55 beispielsweise benötigt nur 55 Prozent der Energie im Vergleich zu einem normalen Neubau.

Neben der staatlich subventionierten KfW bieten aber auch verschiedene Banken Öko-Kredite an. Der Vorteil hier ist oft, sich beim Bauen nicht an die strengen Standards der KfW-Effizienzhäuser halten zu müssen. Die „GrüneBaufinanzierung“ der Deutschen Bank oder der „ÖkoKredit“ der Ethik Bank wären vergleichbare Darlehen. Hier reichen oft schon kleinere Energieeinsparungen zur Qualifizierung.

Darlehen speziell für grünes Bauen sind zwar oft zinsgünstiger, dennoch immer an gewisse Bedingungen geknüpft. So kann ein KfW-Kredit im Extremfall keine Ersparnis gegenüber einem regulären Kredit bringen, da die KfW den Einsatz von Sachverständigen für energieeffziente Sanierung oder Bauplanung fordert – die Honorare der Experten müssen letztlich durch den Kreditnehmer getragen werden. Eine weitere Alternative kann daher ein regulärer Raten- oder Renovierungskredit sein: Dabei sollten aber unbedingt Tarife verglichen werden, die Zinsunterschiede sind teils enorm. Im Internet finden sich Vergleichstabellen, etwa von FinanceScout24 oder Smava – oder Sie führen mehrere Bankgespräche und vergleichen die Konditionen selber.

Bewertungsstandards der DGNB

Um die Kredithöhe zur ermitteln, mit welcher das Bauvorhaben unterstützt werden soll, werden die Bewertungsmaßstäbe aus dem Kriterienkatalog der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB ) herangezogen. An diesen Kriterien können Sie sich bereits beim Bauen orientieren, um Ihre Chance auf ein Darlehen zu erhöhen. 

Berücksichtigen Sie im Fall eines Öko-Kredits unbedingt die Bedingungen, die das Kreditinstitut vorgibt: Muss also der bereits erwähnte Experte für die Planung beauftragt werden, sollte dies in die benötigte Kreditsumme eingerechnet werden. Kalkulieren Sie dabei auch, ob mit einer umfangreicheren Energieoptimierung höhere Zuschüsse erreicht werden können – und so letztlich die Kreditbelastung für Sie selber sinkt. Dabei sollten Sie auch zukünftige Kosteneinsparungen einkalkulieren. 

Die Wahl der passenden Förderung und eines geeigneten Darlehens ist beim grünen Bauen zeitaufwändig. Investieren Sie diese Zeit aber, kann der Neubau oder die Renovierung nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch finanziell ein Erfolg werden. Denn letztlich kann durch moderne Baumaßnahmen auf Dauer eine Kosteneinsparung erzielt werden, etwa bei Heiz- oder Stromkosten.

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