Sommerflieder im Garten: Ein Zuhause für die Schmetterlinge

+
Der Sommerflieder ist ein Magnet für Insekten - vor allem Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge und der Kleine Fuchs sitzen gerne darauf. Foto: Bernd Wüstneck

Die Blütezeit des Flieders ist vor allem im Mai. Doch eine ähnliche Pflanze führt die Blütenpracht im Spätsommer fort: Der Sommerflieder - und das verrät ja schon sein Name - öffnet jetzt erst seine großen Rispenblüten. Er gehört aber einer anderen Gattung an.

Hannover (dpa/tmn) - Wer einen blühenden Sommerflieder betrachtet, sieht Unerwartetes. An den Rispen tummeln sich eine Vielzahl von Schmetterlingen - dabei ist das kein heimisches Gehölz, was diese und andere Insekten ja bevorzugen.

Die Pflanze mit botanischem Namen Buddleja davidii ist eigentlich ein Chinese. "Um 1869 wurde der Sommerflieder von einem Jesuitenmönch nach Europa eingeführt", berichtet Burkhard Spellerberg, Referent für Sortenschutz bei Zier- und Forstgehölzen beim Bundessortenamt in Hannover. Aber recht schnell wurde in England die Zucht vorangetrieben, und ab 1900 verbreitete sich ein größeres Sortiment aus den Züchtungsstätten von Kew Gardens im Südwesten Londons über den Kontinent.

Was macht den Sommerflieder besonders?

Seine Blütenrispen, die bei manchen Sorten gut und gerne einen halben Meter lang werden. "Es handelt sich beim Sommerflieder um ein schönes Blütengehölz mit dekorativem Wuchs", findet Spellerberg. Es gibt schwächer und stärker wachsende Sorten: Hybriden erreichen eine Höhe zwischen 1,10 und 1,20 Metern und sind damit ideal für den kleinen Hausgarten. Starkwüchsigere Formen wachsen 2,50 bis 3 Meter hoch.

Wo im Garten wächst der Sommerflieder gut?

Die Pflanze hat keine besonderen Ansprüche. "Im Grunde haben die Buddlejas eine große Amplitude, was sie vertragen", sagt Baumschulmeister Markus Jahn aus Steißlingen (Baden-Württemberg). Der Boden sollte aber unbedingt durchlässig sein. "Man erkennt die Bedürfnisse nach gutem Wasserabzug unter anderem daran, dass sich die Sträucher an Bahndämmen schnell ausbreiten." Spellerberg ergänzt, dass Bodenverdichtungen eine gesunde Entwicklung behindern. Der Idealstandort sollte darüber hinaus unbedingt sonnig sein.

Verträgt der Sommerflieder unsere Winter?

In normalen Wintern habe die Pflanze keine Probleme, sagt Spellerberg. "Eine gewisse Frostgefahr besteht in Jahren mit einem frühen Austrieb", schränkt Jahn ein. Denn Spätfröste könnten den frischen Trieben dann gefährlich werden. Allerdings zeige seine Erfahrung, dass die Pflanzen dann durchaus auch aus der Basis neu austreiben können. Die Folge ist zwar eine verzögerte Blütezeit, aber es bleiben immerhin keine schweren Schäden. Der Baumschulmeister rät daher auch dazu, mit dem Schnitt bis ins Frühjahr zu warten. "Ideal ist ein Schnitttermin im zeitigen Frühjahr kurz vor dem Austrieb."

Wie schneide ich den Sommerflieder?

Es gibt zwei Varianten, abhängig von der Wuchskraft der Sorte: "Starkwüchsige, alte Sorten kann man basal herunternehmen", erklärt Jahn. Sie werden also bodennah zurückgeschnitten. Das fördert den Neuaustrieb, was den Strauch jung hält. Mit der Alternative baut man ein gut strukturiertes Astgerüst auf. "Man nimmt immer nur einen Teil des alten Holzes raus, so dass der Strauch einen lichten und lockeren Wuchs hat", erklärt Jahn. Spellerberg ergänzt, dass damit auch die Blüte gefördert wird.

Gibt es Probleme mit dem Sommerflieder?

Ja. Einerseits wird die Pflanze als ökologisch wertvolles Ziergehölz angesehen, da sie Insekten ein reiches Nahrungsangebot bietet. "Gerade in den Monaten von Juli bis September ist der Sommerflieder eine wertvolle Nektarpflanze, weil er spätsommerliche Trachtlücken schließt", sagt Spellerberg. Aber andererseits ist der Sommerflieder invasiv. "Auf Brachen, in Bahnhofsnähe und auf Industriebrachen breitet sich Buddleja rasch aus und besiedelt innerhalb von wenigen Jahren die Flächen", erklärt Agrar-Ingenieur Spellerberg. Es fällt aber auf, dass sich die Pflanzen nur auf unbesiedelten Freiflächen so massiv ausbreiten - daher sei das auch eher ein Vorzug als ein Nachteil.

Was kann der Hobbygärtner dagegen tun?

"Wer ein Aussamen unbedingt aktiv verhindern will, kann die Samenstände abschneiden und mit dem Hausmüll entsorgen", sagt der Experte. "Dann entstehen meist nochmals neue Blütenstände, die für eine späte Pracht sorgen, aber keine reifen Samen mehr bilden." Oder man pflanzt alternativ sterile Sorten, empfiehlt Jahn. Allerdings sei fraglich, wie wertvoll diese Sorten als Nahrungsquelle für Insekten sind. "In jedem Fall findet kein Saatgutansatz statt", betont Spellerberg. Zu diesen Sorten gehören die Mitglieder der großblumigen Buzz-Serie, etwa die 80 bis 120 Zentimeter hohen 'Buzz Pink Purple', 'Buzz Ivory' und 'Buzz Sky Blue'. Sie eignen sich gut für die Bepflanzung von großen Gefäßen auf Balkon und Terrasse.

Mehr zum Thema

Kommentare