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Medizinisches Schreckgespenst
Olpe, 26.04.2009 01:45 Uhr
Den ländlichen Regionen in NRW werden wohl schon bald die Allgemeinmediziner ausgehen. Zu diesem Thema hatte am Mittwochabend der WDR unter dem Motto "Hilfe, mein Hausarzt geht in Rente", zur Aufzeichnung einer Sendung in der Reihe "Stadtgespräch" in die Aula der Realschule Olpe-Drolshagen in Olpe eingeladen.
Dazu fand sich eine illustre Runde ein: Die Moderatoren Beate Schmies und Klaus Tewes hatten Karl-Josef Laumann (CDU), NRW-Gesundheitsminister zu Gast, dazu Prof. Dr. Karl Lauterbach MdB, den bekannten SPD-Gesundheitsökonomen, Dr. Thoma Kopetsch von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Wolfgang Schuldzinski, Verbraucherzentrale NRW, Hans-Werner Veen, DAK-Landeschef NRW und den Gefängnisarzt und "Tatort"-Pathologen Joe Bausch.
Die Problematik rund um die ärztliche Versorgung auf dem Lande wurde mit besorgniserregenden Zahlen belegt. Schon bald werden über 40 Prozent der heimischen Hausärzte aus Altersgründen ausscheiden und es scheint für den Medizinernachwuchs nicht besonders reizvoll zu sein, in die so frei werdenden Lücken nachzustoßen.
Minister Laumann sieht eine wichtige Ursache in der Kassenärztlichen Vereinigung in Münster, die das System nach und nach zusammenstreiche. Selbstständige Ärzte auf dem Lande in Westfalen verdienten inzwischen ein Drittel weniger am Patienten als ihre Kollegen beispielsweise in Niedersachsen.
Aber auch der Nachwuchsmangel kann keine Ursache sein, denn die Zahl der Ärzte nimmt stetig zu und auch die Abwanderung ins Ausland hält sich dabei in Grenzen.
Nun wird auch diskutiert, ob man Medizinstudenten nicht sogar mit einer Prämie den Weg in die Landarztpraxis versüßen sollte, wie der Minister ebenfalls vorschlug.
Einige Mediziner im Publikum erläuterten in der laufenden Diskussion ihr Dilemma: Nicht nur die zu geringe Bezahlung, sondern auch eine ausufernde Bürokratie hindere sie an ihrer Berufung, als Humanmediziner mit ausreichender Zeit auf ihre Patienten einzugehen, und das in einem Umfang, wie es nur der Mensch am Menschen leisten könne. Davon heißt es auf dem Lande wohl Abschied nehmen zu müssen. Der Zusammenschnitt der Sendung wird auf WDR 5 am Dienstag, 28. April um 21.05 Uhr gesendet.
4 Kommentare »
28.04.09 01:19 Uhr
Dr. Manuela Peters
Daß Sie sich nicht schämen
den Herrn Lauterbach und andere nachweislich systemkonforme/abhängige vorgebliche „Experten“ in Olpe zu präsentieren, während 2500 tatsächliche Experten, (durch ihre tägliche Arbeit und die Inanspruchnahme von Fachleuten) in Brilon zusammenkommen.
Weder ein Gefängnisarzt, noch ein Maschinenschlosser mit Parteikarriere, noch ein auf unerfindliche Weise zu seinem Expertentum gelangter „Gesundheitsökonom“, noch ein den Menschen vorgesetzter „Verbraucherzentralist“, noch ein „Tatort“-Pathologe , noch ein den Ärzten aufgezwungener Funktionär einer euphemistisch so genannten kassenärztlichen „Vereinigung“ können mangels Betroffenheit irgendetwas Konstruktives zum Thema „menschliches Gesundheitswesen“ beitragen.
WDR 5….. ist das nicht eine Körperschaft des öffentlichen Rechtes?
Präsentieren Sie deswegen die Körperschaftsfunktionäre und staatsfinanzierten „Experten“?
Bye bye Gewaltenteilung.
Manuela Peters
Auswanderung haelt sich in Grenzen
Die Auswanderung haelt sich in Grenzen? Das stimmt in den Grenzen bis zur Zahl 3500 ;-)
In 2007 waren etwas über 2400 und 2008 sind es schon über 3000 Ärzte, die das Land verlassen haben.
Systematisch vergrault. Der Exodus ist groesser als vor dem Bau der Mauer in der DDR.
Ich bin aber sicher, dass es die Politiker, die die Lage schoen reden, auch noch begreifen.
27.04.09 19:23 Uhr
Lehnert
Eine illustre Runde
Wo sind Vertreter der Patienten, wo ist ein Arzt, der auch als solcher arbeitet? Wer verrät den Diskutanten, was tatsächlich die Ursachen sind? Zwischenrufer aus dem Publikum! Ist das nicht peinlich für die Veranstalter?
So lange sich die Diskussionen in diesen Kreisen bewegen, wird nichts Sinnvolles heraus kommen. Der WDR reiht sich leider ein in die Runde der Medien, die sich höchst oberflächlich mit dem Thema beschäftigen.
Schämt sich dafür eigentlich keiner für solche Arbeit?
27.04.09 19:18 Uhr
Lehnert
Eine illustre Runde!
Moderatoren, NRW-Gesundheitsminister, Prof. Dr. Karl Lauterbach, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Verbraucherzentrale NRW, DAK-Landeschef NRW, Schauspieler
Ich vermisse jemanden in der Runde, der wirklich weiß, wovon er spricht!
Weder Herr Lauterbach, der von Medizin nur eine sehr theoretische Kenntnis hat, noch ein Mitglied der KBV, die an dem Erhalt des Status, für den sie entscheidend mitverantwortlich ist, größtes Interesse hat, noch die anderen Diskussionteilnehmer haben Kenntnisse über das, wovon sie da Diskutieren.
Wo sind Vertreter der Patienten, wo ist ein Arzt, der auch als solcher arbeitet? Wer verrät den Diskutanten, was tatsächlich die Ursachen sind? Zwischenrufer aus dem Publikum! Ist das nicht peinlich für die Veranstalter?
So lange sich die Diskussionen in diesen Kreisen bewegen, wird nichts Sinnvolles heraus kommen. Der WDR reiht sich leider ein in die Runde der Medien, die sich höchst oberflächlich mit dem Thema beschäftigen. Schämt sich dafür eigentlich keiner dort?
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