
Sauerland, 16.03.2010 17:04 Uhr
Meschede. Der Skandal um sexuellen Missbrauch in Reihen der Kirche erreicht nun auch das Sauerland. Die Abtei Königsmünster gab gerade bekannt, dass ein Bruder bereits vor einem Monat Selbstanzeige bei der Staatsanwaltschaft Arnsberg wegen sexuellen Missbrauchs bis Ende der 90er Jahre gestellt und damit die Verantwortung für sein Tun übernommen habe.
In der Pressemitteilung heißt es: „Nach erstmaligem Bekanntwerden der Vorwürfe im Jahr 2000 wurde der Mitbruder mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Die Familie des Betroffenen und die Verantwortlichen der Abtei haben damals von einer Strafanzeige abgesehen. Zwischen 2000 und 2005 lebte der Mitbruder in einer Abtei im deutschsprachigen Ausland. Den Verantwortlichen dieser Abtei waren die Hintergründe bekannt. Während dieser Zeit unterzog sich der Mitbruder einer mehrjährigen Therapie.“
Mit Rücksicht auf das jetzt laufende Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft habe die Abtei zunächst von einer Information der Öffentlichkeit abgesehen. Abt Dominicus habe im Vorfeld der Selbstanzeige die Diözesanleitung in Paderborn und die Leitung der Kongregation von St. Ottilien, zu deren Verbund die Abtei Königsmünster gehört, informiert.
Im Interesse an einer lückenlosen Aufklärung der Sachlage bitten die Mönche der Abtei darum, dass sich etwaige Opfer missbräuchlicher Handlungen melden, damit ihnen gegebenenfalls therapeutische Hilfe zuteil werden kann. Über den weiteren Verlauf und die Ergebnisse der Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft will die Abtei Königsmünster die Öffentlichkeit zu gegebener Zeit informieren.
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