
Arnsberg, 29.08.2010 01:45 Uhr
Es waren nur zwei Wochen. Aber in dieser kurzen Zeit haben Jugendliche und Senioren im "Haus zum Guten Hirten" ihr Herz aneinander verloren. Was als Sozialpraktikum des Mariengymnasiums im Rahmen des Projekts "Compassion" begann, hat tiefe Emotionen geweckt und Freundschaften zwischen den Generationen geknüpft.
Christina Görs betrat mit viel Spaß, Freude und Offenheit bis dahin unbekanntes Terrain in dem Seniorenzentrum der Diakonie Ruhr-Hellweg. Kurzerhand nahm sie das Waffeleisen, Eier, Zucker und Mehl in die Hand und beglückte alle Senioren der Tagesbetreuung mit leckerem Backwerk.
Ihre Begeisterung steckte auch die zunächst zurückhaltenden Beteiligten an. Ihrem Mitschüler in der 9. Klasse des Mariengymnasiums entlockte sie kurzerhand ein musikalisches Geheimnis: Nico Rode ist ein talentierter Geigenspieler. Kurze Zeit später war jede Schüchternheit überwunden und der junge Musiker unterhielt ein begeistertes Publikum mit virtuosem Geigenspiel.
Die Freude war so groß, dass derartige Auftritte zum festen Tagesprogramm wurden. Sogar bei einem gemeinsamen Ausflug an den Sorpesee wurde im "Seehof" ein spontanes Konzert herbeigeklatscht - nicht nur von den 50 Bewohnern und Mitarbeitern des "Haus zum Guten Hirten", sondern auch von faszinierten Ausflüglern.
Auch die beiden anderen jungen Praktikumsgäste lockten die Senioren im "Haus zum Guten Hirten" aus der Reserve. Sandy Kastner und Marius Lang entpuppten sich als begnadete Bäcker, die für regelmäßige kulinarische Hochgenüsse sorgten.
Birgit Krüger, Mitarbeiterin im "Haus zum Guten Hirten" sagt: "Ich begleite seit vielen Jahren Schüler im Sozialpraktikum, aber selten haben junge Menschen so sehr mein Herz berührt wie diese", bilanziert sie. Mehr noch: "Die jungen Leute schafften es, eine ganz besondere Atmosphäre in unsere Tagesbetreuung zu zaubern." Kein Wunder, denn Kaffeetrinken mit Geigenmusik und Vorträgen von selbst geschriebenen Gedichten der Praktikantinnen gibt es hier nicht alle Tage. Auch das gemeinsame Gärtnern im hauseigenen Garten hat nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Demnächst könnte das "Café Böhnchen" im "Haus zum Guten Hirten" jedoch zu einer viel geschätzten Tradition werden. Denn die Praktikanten haben versprochen, die Senioren auch künftig zu besuchen.
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