
Freudenberg, 29.01.2012 02:15 Uhr
Der Turnverein Freudenberg erweitert die vereinseigene Jahn-Lagemann-Halle an der Krottorfer Straße um eine Mehrzweckhalle. Eine Investition für die Zukunft - allerdings weniger die der Turner als der Freudenberger Judokas.
Aber nacheinander: Bereits vor der Jahrtausendwende gab es beim Turnverein Freudenberg Überlegungen, die in den 1920er-Jahren errichtete Halle hinter der evangelischen Kirche zu erweitern. Das Unternehmen schien aber zu kostspielig und zu aufwändig - die Pläne verschwanden wieder in der Schublade. Erst als die Tatsache bekannt wurde, dass der Judo- und Handballclub Freudenberg sein bisheriges Domizil in der ehemaligen Freudenberger Hauptschule räumen musste, kramten die Turner die alten Pläne wieder hervor. Eine neue Halle mit rund 150 Quadratmetern Nutzfläche sowie Umkleide- und Lagerräume würde die Raumsituation der Hausherren entspannen und den Judokas gleichzeitig eine neue Heimstatt bieten.
Aber schnell war klar, dass die Investition kein Pappenstiel werden würde: Auf 365.000 Euro belief sich der Kostenvoranschlag; vor allem, weil eine Erweiterung nur auf der rückwärtigen, am Hang liegenden Seite der Halle möglich sei. "Wir wussten, dass es schwer werden würde", so Oberturnwart Karl Selenski, "aber wir wollten es versuchen."
Die Nachfrage bei potenziellen Sponsoren gab Hoffnung: 100.000 Euro wurden aus der Freudenberger Unternehmerschaft zugesagt. Über die Banken will der Verein 120.000 Euro finanzieren; weitere 25.000 Euro gehen in Form von Eigenleistung in die Rechnung mit ein.
Der fehlende Betrag von 120.000 Euro wird aus der Sportpauschale gestemmt. Von den 50.000 Euro, die die Kommune jeweils in den kommenden drei Jahren erhält, werden 40.000 Euro dem Verein für den Hallenbau zur Verfügung gestellt. Bei einer Gegenstimme gab der Stadtrat Anfang Dezember Grünes Licht für das Vorhaben - allerdings mit der Maßgabe, dass die Finanzierung gesichert sei und dass der Handball- und Judoclub vollständig im TV Freudenberg aufgenommen wird. Kritische Stimmen bezüglich der Pauschalen-Zuteilung erwartet Selenski nicht: "In den vergangenen Jahren wurden mit dem Geld vorrangig die Kunstrasenplätze finanziert, was vollkommen richtig war. Dass wir jetzt an der Reihe sind und entsprechend gefördert werden, ist nur fair." Zumal der TV damit ein drängendes Problem der Stadtverwaltung löst. Ohne das Engagement der ehrenamtlichen Sportler müssten die Judos vermutlich noch längere Zeit in ihrem Provisorium - der Aula des Schulzentrums - trainieren.
Am Freitag vorletzter Woche gaben die Turner im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ihr Votum für das Vorhaben ab. Im März wird der Judo- und Handballclub tagen. Die Handballabteilung hat sich bereits vor Jahren vollständig aufgelöst; die verbliebenen 130 Judokas werden sich als 29. Abteilung dem TV Freudenberg anschließend - und so weiterhin und in geeigneten Räumlichkeiten ihren Sport auszuüben.
Sind alle Formalitäten erledigt, könnten im April die Bagger anrücken. Geht alles reibungslos, ist die neue Halle Ende September fertiggestellt und wird mit einem Tag der offenen Tür vorgestellt.
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