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    "Nicht mehr im Geschäft"

    Wiemeringhausen, 07.10.2009 01:30 Uhr

    Wieme­ring­hausen ringt derzeit um einen neuen Orts­vor­steher. Pünkt­lich zum 27. Oktober wird der Posten wohl nicht neu besetzt werden. Bis dahin lenkt der noch amtie­rende Orts­vor­steher Hubertus Moos die Geschicke des Dorfes. Doch dann steht der "Hirte" der Wieme­ring­hauser für das Amt nicht mehr zur Verfü­gung — wegen Diffe­renzen mit der CDU. Die lehnt eine zweite Amts­zeit von Moos ihrer­seits ab, ist selbst aber noch auf der Suche nach einem Kandi­daten.

    "Ich möchte dem Dorf nicht im Wege stehen und angesichts der fortbestehenden Blockadehaltung der CDU-Ortsunion nicht weiter auf das Amt beharren", erklärte Moos. Zum Hintergrund: Die CDU hatte dem Ortsvorsteher bereits vor der Kommunalwahl vorgeworfen, "im Ort eine gewissen Unruhe" erzeugt zu haben. "Durch Mithilfe des Ortsvorstehers sind zwei Lager aufgespalten worden", sagt Uwe Lingenauber, 1. Vorsitzender der Orts-CDU. Zudem habe Moos die Partei mit seiner Arbeit politisch beschädigt — etwa mit Kommentaren im Wiemeringhauser Infoblatt "Der Mistkäfer". 2008 hatte die Union Moos noch mit einer Mehrheit von 85 Prozent als parteilosen Ortsvorsteher-Kandidaten unterstützt. Bedingung des CDU-Vorstands für eine Wiederwahl: "Die Arbeit auf eine gemeinsame Basis zu stellen", so Lingenauber.

    "Eine CDU-Parteimitgliedschaft kommt für mich nicht in Frage, weil sie nach meiner Erfahrung meiner Amtsführung eher schadet als nutzt", konterte Moos. "Wenn jemand glaubt, meine Arbeit hätte einzig den Zweck, gemeinsam mit 'politischen Gegnern und andersdenkenden Querköpfen' der CDU zu schaden, dann liegt er ordentlich daneben. Ich stand und stehe alleine für das Dorf und seine Bewohner — ohne Rücksicht auf politische Ansichten oder sonst irgendwas."

    SPD und Grünen unterstützten Moos

    Als Reaktion auf die CDU-Forderung hatten SPD und Grünen vor der Wahl öffentlich erklärt, an Hubertus Moos als Ortsvorsteher festhalten zu wollen. Die Kommunalwahl bescherte Wiemeringhausen jetzt eine neue Konstellation: SPD (103) und Grüne (92) holten gegenüber der CDU (200) einen überraschend hohen Stimmenanteil — fünf Stimmen trennt die beiden Lager. Zwei Vertreter schickt die Union jetzt in den Olsberger Stadtrat, zwei kommen von der Opposition — je einer von SPD und Grünen. Eine Patt-Situation im Rat.

    Die Christdemokraten berufen sich indes auf die Tatsache, dass sie stärkste Fraktion in Wiemeringhausen sind beziehungsweise rechnerisch über die politische Mehrheit verfügen und damit den Ortsvorsteher alleine bestimmen können. Fakt ist: Die Mehrheitsfraktion im Stadtrat — und das ist die CDU — entscheidet letztlich über die Benennung der Ortsvorsteher.

    Ein Wiemeringhauser äußert sich in einem Internet-Blog enttäuscht: "Kann es sein, dass hier die 'politische Machterhaltung' vor dem Wohl der Bürger = Wähler geht?" Hubertus Moos hat seine Konsequenzen aus dem Dilemma gezogen, um das Dorf nicht zu spalten: "Ich bin raus aus dem Geschäft."

    SPD, Grüne und CDU haben sich nach der Wahl an einen Runden Tisch gesetzt und eine gemeinsame Liste von Kandidaten erstellt, die von allen drei Parteien getragen werden würden. "Die haben aber alle abgesagt", erklärt Peter Rosenfeld (SPD). "Die CDU hat das Vorschlagsrecht. Jetzt müssen sie sehen, wen sie auf den Thron heben."

    Bislang hat die Orts-CDU aber noch keinen Nachfolger gefunden. "Es werden noch Gespräche geführt", sagt Lingenauber. "Bis Ende Oktober wird sich das hinziehen." Im November würden die Christdemokraten in einer Mitgliederversammlung einen Kandidaten vorstellen. Parteilos oder mit CDU-Parteibuch? "Das kann so oder so sein."

     


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    1 Kommentar »
     
    13.10.09 16:42 Uhr
    Michael Joch
    Schade...
    Es ist schade, immer wieder mit ansehen zu müssen, wie es ene bestimmte Gruppierung schafft, Motivation und Engagement von nicht Parteibuchträgern zu unterdrücken.
    Daß Hr. Moos jetzt hier "aufgibt", wobei dieses "aufgeben" wohl eher dazu dient, den von ihm behüteten Ort vor weiteren Schaden zubewahren, ist mehr als verständlich.
    Bedenklich jedoch stimmt mich die mögliche Antwort auf die Frage "Und wie geht es weiter?" - Denn ein positiver Fortschritt ist hier wohl in weite unerreichbare Ferne für den Ort Wiemeringhausen gerückt.


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