
Kirchen, 22.01.2012 01:45 Uhr
"Ein Jahr, in dem nichts unmöglich schien." So würden die aktiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Kirchen das Jahr 2011 beschreiben.
Im vergangenen Jahr gab es viele ungewohnte, also nicht alltägliche Einsatzmeldungen. So wurde beispielsweise im Juni ein Fluggeräteunfall in Wingendorf gemeldet. Im Landeanflug hatte ein Segelflugzeug zu wenig Höhe und war in eine Böschung geflogen, die Pilotin konnte sich selbst befreien.
Eine ebenfalls so nicht gekannte Einsatzmeldung war "Verkehrsunfall - Pkw von Zug erfasst". Hier war ein Auto am Bahnübergang von der Straße abgekommen und die Fahrerin konnte es nicht entfernen, bevor sich die Schranken neigten. Sie selbst konnte aber aussteigen und so gab es nur Blechschaden an dem Auto und der Bahn. Zur Bergung musste ein Spezialkran bestellt werden.
Auch physisch und psychisch belastende Einsätze brachte das Jahr 2011 mit sich. So kam es im April zu einem Brand auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in Friesenhagen, wo die ersten eintreffenden Kräfte einen Gebäudevollbrand inklusive Stallungen meldeten. Elf Stunden dauerte es, bis die letzten Kräfte der Feuerwehr Kirchen zurückgekehrt waren. Bei einem Gebäudebrand in Offhausen einen Monat später verletzte sich ein Kamerad leicht und wurde an den Rettungsdienst übergeben und im Juli kam es zu einem schweren Verkehrsunfall auf der B62, bei dem ein Pkw frontal mit einem Lkw zusammengestoßen war. Der Fahrer des Pkw verstarb noch an der Unfallstelle. Zum ersten Mal nutzte die Feuerwehr Kirchen hierbei das PSU-Team des DRK Altenkirchen, das der psychologischen Unterstützung von Einsatzkräften der Feuerwehr sowie des Rettungsdienstes dient und das Erlebte mit den Helfern aufarbeitet.
Auch das Wetter sorgte in diesem Jahr wieder für den Einsatz der Feuerwehr. Im Januar kam es zu Hochwasserkontrollfahrten, im April und Mai ereigneten sich unzählige Wald- und Böschungsbrände und immer wieder gab es spontane Unwetter, bei denen Straßen und Keller überflutet waren oder Bäume umfielen. So mussten die Feuerwehrleute an dem eigenen "Tag der offenen Tür" Regeneinläufe säubern, um Überflutungen der Fahrbahn zu beseitigen und Straßen von umgestürzten Bäumen befreien.
Sogar die Dekontaminationseinheit des Landkreises, welche in Kirchen stationiert ist, musste seit vielen Jahren noch einmal einen Einsatz abarbeiten. So rückten sie im August zu einem Chlorgasunfall nach Gebhardshain aus.
Insgesamt arbeiteten die 40 aktiven Feuerwehrfrauen und -männer im Jahr 2011 83 Einsätze ab und brachten es dabei auf fast 1000 Einsatzstunden. Addiert man die für Übungen, Fortbildungen, Lehrgänge, Wartungen, technischen Dienst, Brandsicherheitswachdienst und Verkehrsregelung aufgebrachten Stunden dazu, so wurden im vergangenen Jahr insgesamt 3636 Stunden freiwilliger Dienst geleistet. Für diesen Aufwand wurden sieben Mitglieder bei der Abschlussübung am Rathaus befördert und für 35-jähriges Engagement wurde Andreas Schmidt geehrt.
Die Jugendfeuerwehr berichtet mit ihren momentan 19 Kindern und Jugendlichen ebenfalls von einem ereignisreichen Jahr. Es sind vier Neuzugänge zu verzeichnen und drei Jugendliche wurden in die aktiven Wehren übernommen. Sie blicken zurück auf ein gelungenes Zeltlager, viele Übungen und viel Spaß und freuen sich in diesem Jahr auf das 20-jährige Bestehen, das am 2. Juni stattfindet, auf einen Berufsfeuerwehrtag sowie auf den Ausflug der Kreisjugendfeuerwehr in den Europapark nach Rust. Mehr Infos unter www.feuerwehr-kirchen.de.
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