Nach Beziehungsstreit

25-Jährige in Soester Hotel von Freund erwürgt

[UPDATE 13.03 Uhr] SOEST - Die 25-jährige Frau, die am Samstagmorgen tot im Hotel "Stadt Soest" tot aufgefunden wurde, ist erwürgt worden. Ihr 32-jähriger Lebensgefährte hat die Tat gestanden. Er sitzt bereits in Untersuchungshaft.

Das Amtsgericht Soest hat einen 32-Jährigen wegen Totschlags in Untersuchungshaft geschickt. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den Mann, seine 25-jährige Lebensgefährtin getötet zu haben. Die Obduktion ergab, dass das Opfer erwürgt wurde.

Es war der Beschuldigte selber, der in den frühen Morgenstunden des Samstag die Polizei informierte und damit einen Großeinsatz auslöste. Mutmaßlicher Täter und Opfer waren Gäste im Hotel Stadt Soest, wo sich die schreckliche Tat ereignete. Das Pärchen hatte seinen Lebensmittelpunkt in Soest, hier aber kürzlich seine Wohnung verloren. So mussten die beiden Wohnungslosen in ein Hotel ziehen. Im Beherbergungsbetrieb am Brüdertor kamen sie unter.

In der Nacht zum Samstag kam es auf dem Hotelzimmer offenbar zu einem Streit, der schließlich zur Gewalttat eskalierte. Der beschuldigte Italiener hat bei der Vernehmung durch die Ermittlungsbehörden gestanden, seine deutsche Lebensgefährtin getötet zu haben. Zweimal wurde er am Samstag vernommen. Bei der dritten Vernehmung durch den Richter, der ihn in Untersuchungshaft schickte, sagte er dann nichts mehr sondern bezog sich auf frühere Aussagen.

Direkte Tatzeugen gibt es nicht, wohl aber Personen im Hotel, die den Streit mitbekommen haben, der wegen seiner Lautstärke durch mehrere Zimmer hörbar war. Sie gaben bei den Ermittlern Satzfetzen zu Protokoll.

Nach dem Verlust der Wohnung stand die gemeinsame Zukunft des Pärchens in den Sternen. Darüber wie es mit ihnen weitergehen sollte, gab es zwischen beiden offensichtlich starke Differenzen. „Über die gemeinsame Lebensplanung kam es zum Streit“, so die federführende Staatsanwältin Dr. Sandra Müller-Steinhauer. Auch am Sonntag vernahmen die Ermittler noch weitere Zeugen. Auch technische Untersuchungen stehen noch an. So wird noch geklärt, ob Täter und Opfer zur Tatzeit unter Alkoholeinfluss standen. Für den Beschuldigten wurde ein Pflichtverteidiger bestellt, der demnächst Akteneinsicht nehmen kann.

 Hotel-Chef geschockt

 „Natürlich steckt mir der Schrecken noch gewaltig in den Gliedern – so etwas Schlimmes habe ich hier im Hause noch nicht erlebt, seitdem ich Chef bin“, sagte Petar Alempic am Sonntagmittag. „Wir müssen das alles erst einmal verdauen“, sagte der Inhaber des Hotels Stadt Soest.

Alempic weiter: „Das war eine aufregende Nacht.“ Erfahren habe er von den Details erst durchs Internet. Alempic: „Ich war zu Hause, und habe geschlafen, bis mich das Telefon aus dem Schlaf gerissen hat.“ Für die Gäste im Haus sei die Nacht wohl auch recht kurz gewesen. Von nachts um vier bis morgens um elf Uhr sei die Polizei im Hause gewesen, um Spuren zu sichern und Hotelgäste zu befragen. „Diskret“, so lobt der Hotelinhaber. „Es hat kein großes Durcheinander im Hotel gegeben, der Täter hat die Polizei ja wohl auch selber angerufen und ist gleich verhaftet worden. Mittlerweile ist, soweit man davon sprechen kann, im Haus auch wieder Ruhe eingekehrt.“

Ahnen können, dass etwas Schlimmes passieren könnte, hätte man nicht, als das Pärchen im Hotel eincheckte. Alempic: „Das waren Gäste, wie man sie jeden Tag sieht, da war nichts besonders Auffälliges.“ Er seufzt: „Es ist so schrecklich schade, was mit der jungen Frau passiert ist.“ So grässlich und einmalig das Verbrechen in seiner Zeit als Hotelbetreiber am Brüdertor sei, so dankbar sei er aber auch, dass die übrigen Gäste wohl bleiben werden. „Niemand ist deswegen abgereist, bislang hat auch niemand vorgebuchte Zimmer wieder storniert“, sagt der Hotelchef und blättert in seinem dicken Meldebuch. „Bis wir alle das verdaut haben, das wird aber noch eine ganze Weile dauern. Das kann man so schnell nicht vergessen.“ - brü

Hotelgast: "Saßen friedlich vor der Hopfenstube"

Matthias Hawerkamp war einer der Gäste im Hotel Stadt Soest. Er war am Freitagabend aus Bad Schwartau (Schleswig-Holstein) angereist, um am 24. Weltpokal des Tischfußballverbandes teilzunehmen. Mit der ruhigen Nacht vor dem Wettkampf wurde es nichts.  Er dachte erst, es würde brennen, als die Einsatzkräfte das Hotel in das stürmten. Bei der 15-minütigen Vernehmung gab er bei der Kriminalpolizei zu Protokoll, wie er das Pärchen erlebt hatte. „Als ich zum Hotel kam, saßen die beiden draußen vor der Hopfenstube. Er machte einen angespannten Eindruck“, schildert er seine Beobachtung gegenüber unserer Zeitung. Die Frau habe laut telefoniert, so dass er zwangsläufig mitbekommen habe, dass es um die Einmietung in einer Pension in Hamm ging. „Sie war auffällig stark geschminkt“, erinnert er sich. Vom Streit hat Hawerkamp nichts mitbekommen. Als er morgens das Hotel verließ, war alles mit Klebeband abgesperrt. Alle, die das Hotel verließen, mussten ihre Daten hinterlassen. - aro

Quelle: wa.de

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