Acht Jahre Haft für Messerstecher aus rechter Szene

Wuppertal - Ein Messerstecher aus der Hooligan-Szene ist zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte einen der linken Szene nahestehenden Gastwirt beinahe umgebracht haben.

Ein Messerstecher aus der rechten Szene ist nach einer lebensgefährlichen Attacke vor dem Autonomen Zentrum in Wuppertal zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Der 25-Jährige sei wegen versuchten Totschlags schuldig, befand das Landgericht am Mittwoch. Er hatte einen 54-Jährigen mit acht Messerstichen in den Rücken beinahe umgebracht. Das Opfer musste 20 Tage ins künstliche Koma versetzt werden.

Der Messerstecher sei seit seinem 16. Lebensjahr zur rechten Szene zu zählen, stellte das Gericht fest. Er selbst hatte behauptet, sich aus der Szene gelöst zu haben. Sein Verhalten passe aber nicht dazu, befand das Gericht.

Zwei Komplizen wurden zu eineinhalb Jahren Haft ohne Bewährung und zu neun Monaten mit Bewährung verurteilt. Einer von ihnen soll ein Hakenkreuz als Tätowierung auf der Brust getragen haben. Inzwischen habe er es aber entfernen lassen, behauptete er. Die Verteidiger hatten Freisprüche für das Trio gefordert. Es sei eine Notwehrsituation gewesen.

Das Trio habe sich am Tattag getroffen, um die Fahrt zu einer Hogesa-Demo ("Hooligans gegen Salafisten") zu organisieren, stellte das Gericht fest. Dann seien die Männer zunächst unerkannt ins Autonome Zentrum marschiert.

Als das spätere Opfer einen der Männer als "Nazi" wiedererkannte, sei es zum Streit gekommen. Einer der Komplizen habe einen Schlagstock gezückt und zugegeben, "von der Hogesa" zu sein. Die übrigen Besucher hätten das Trio samt des späteren Opfers vor die Tür gedrängt und diese zugesperrt. Vor der Tür war der Gastwirt dann niedergestochen worden.

Alle drei Männer seien einschlägig, auch wegen Gewalttaten, vorbestraft. Sie hatten behauptet, vom Opfer angegriffen worden zu sein. Dies verwarf das Gericht als abwegig. Das Opfer habe ein bleibende Minderung seiner Lungenfunktion davongetragen und psychische Störungen. Seinen Beruf als Gastwirt habe er deswegen aufgeben müssen. - dpa

Quelle: wa.de

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