Ärztin tötet Ehemann mit Morphium - Dritte Auflage vor Gericht

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[Update] Aachen - Sie hat ihren Mann mit einer Überdosis Morphium getötet. Nun steht eine Ärztin zum dritten Mal vor Gericht - und hofft, dass die Richter das lebenslange Berufsverbot aufheben.

Eine Ärztin, die ihren Mann mit einer Überdosis Morphium getötet hat, kämpft vor Gericht weiter gegen ein lebenslanges Berufsverbot. In einer von ihrem Anwalt verlesenen persönlichen Erklärung sagte sie am Dienstag vor dem Landgericht Aachen, dass sie Aussicht auf eine Stelle habe, wenn das Gericht das früher verhängte lebenslange Berufsverbot aufhebe.

Die 40-jährige Frau steht zum dritten Mal in Aachen vor Gericht, nachdem der Bundesgerichtshof auch das zweite Urteil gegen die Frau aufgehoben hatte. In dem Prozess geht es nicht um die Schuldfrage, sondern um das Strafmaß und um die Frage, ob die Frau wieder in ihrem Beruf arbeiten darf.

Die Frau ist mittlerweile von der Haft verschont und lebt bei ihrem Lebensgefährten. Im ersten Urteil war sie wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden, im zweiten Urteil wegen Totschlags zu acht Jahren Haft. Außerdem hatten die Richter ein lebenslanges Berufsverbot ausgesprochen.

Sie habe ihr ganzes Leben gekämpft, sagte die Frau, die früher drogenanhängige Prostituierte war, später den Schulabschluss nachholte, studierte und dann Ärztin wurde. "Ich möchte wieder in der Gesellschaft ankommen", betonte die Frau in ihrer Erklärung. Nach ihrer Haftentlassung sei sie bereit gewesen, jede Stelle anzunehmen. Sie habe in der Pflege gearbeitet, aber dafür sei sie nicht belastbar genug.

Nach der früheren Feststellung des Landgerichts war es 2011 zum Streit zwischen der Ärztin und ihrem knapp 50 Jahre älteren Ehemann gekommen, als die Frau ein Verhältnis mit einem jüngeren Mann begann und eine Stelle als Ärztin in Süddeutschland annehmen wollte. Als der Ehemann dafür sorgen wollte, dass sie ihre Berufszulassung verliert, tötete sie ihn mit einer Überdosis Morphium. - dpa

Quelle: wa.de

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