Alters-Studie: Städten und Gemeinden droht Personal-Engpass

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Laut einer Studie droht Gemeinden und Städten ein Personal-Engpass.

Gütersloh - Der Wandel in der Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland spiegelt sich auch bei den Beschäftigen wider. Laut einer Studie droht Gemeinden und Städten deshalb ein Personal-Engpass. Das sehen einige Personalchefs in den Rathäusern allerdings anders.

Der Altersdurchschnitt des Personals von Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen steigt. Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Bertelsmann-Stiftung waren im Jahr 2014 25 Prozent der kommunalen Mitarbeiter 55 Jahre oder älter. Zehn Jahre zuvor lag der Anteil der älteren Beschäftigen noch bei 13 Prozent. Der Anteil der jüngeren Beschäftigen bis 30 Jahre blieb im selben Zeitraum mit 12 Prozent konstant. Die Stiftung sagt deshalb vielen NRW-Kommunen einen Personal-Engpass voraus. Demnach scheidet jeder vierte Beschäftigte in den nächsten acht Jahren aus, in einigen Gemeinden sei es sogar fast jeder zweite.

Wegen dieser demografischen Entwicklung sieht die Stiftung die Arbeitsfähigkeit der Verwaltungen und viele Leistungen für die Bürger als gefährdet an. Gegenmaßnahmen würden noch nicht im erforderlichen Umfang eingeleitet. "Das eigentliche Problem ist dabei nicht die Leistungsfähigkeit älterer Beschäftigter, sondern der Verlust an Wissen und Erfahrung, wenn diese in Rente gehen", sagt Kirsten Witte, von der Bertelsmann-Stiftung. Das Risiko liege in der passenden Nachbesetzung der Stellen.

Städte wie Gelsenkirchen oder Hamm mit einem besonders hohen Anteil von Mitarbeitern über 55 Jahren (28 Prozent) widersprechen allerdings. Die dortigen Personalchefs in den Rathäusern teilen diese Sorge nicht. Beispiel Hamm: "Wir haben nicht den Eindruck, dass wir unattraktiv sind", sagt der fürs Personal verantwortliche Bernd Maßmann. Auf 10 bis 15 Ausbildungsstellen für den gehobenen Dienst im Jahr bekomme er 300 Bewerbungen. Ähnlich äußert sich die Stadt Gelsenkirchen.

Im Wettbewerb zwischen den Gemeinden bei zum Teil hohen Haushaltsdefiziten sieht die Bertelsmann-Stiftung das Problem. "Das Nachsehen haben dabei vor allem strukturschwache Gemeinden, die oft als wenig attraktiv gelten und durch hohe Haushaltsdefizite bei ihren Rekrutierungsbestrebungen gehemmt sind", sagt Niemann.

Im bundesweiten Vergleich schneidet Nordrhein-Westfalen ordentlich ab. Auffallend ist, dass alle Ostländer im Zehn-Jahresvergleich zwischen 2004 und 2014 deutlich in beiden Altersgruppen zugelegt haben. In der Altersgruppe der über 55-Jährigen allerdings stieg der Anteil der Beschäftigen hier überproportional an, während der Osten sich bei den jüngeren immer mehr dem West-Niveau nähert. - dpa

Quelle: wa.de

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