Amtsgericht Minden arbeitet Unfalltod von Junior Malanda auf

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Am Montag beginnt in Minden der Prozess um den Unfalltod des Wolsburger Fußballprofis Junior Malanda, der in diesem Wrack ums Leben kam.

Minden - Wolfsburgs Fußballtalent Junior Malanda starb bei einem Autounfall, die Bestürzung war groß. Jetzt sitzt sein Freund auf der Anklagebank: Er soll den Unfall Anfang 2015 verursacht haben.

18 Monate nach dem Unfalltod des Fußballers Junior Malanda vom VfL Wolfsburg arbeitet das Amtsgericht Minden am Montag den Fall auf. Auf der Anklagebank sitzt ein heute 21-jähriger Freund des aus Belgien stammenden Profis. Dem 21-Jährigen wird fahrlässige Tötung vorgeworfen.

Der Angeklagte saß bei dem Unfall im Januar 2015 am Steuer des Geländewagens. Er war damals 20 Jahre alt und soll auf regennasser Fahrbahn zu schnell gefahren sein. Bei Nässe gilt auf dem Abschnitt der Autobahn 2 bei Porta Westfalica eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 Stundenkilometern. Malanda saß unangeschnallt auf der Rückbank und war aus dem Auto geschleudert worden. Neben der Leitplanke war das Fahrzeug auf dem Dach im Graben gelandet.

Das Gericht rechnet bereits am Montag mit einem Urteil. Der Prozess hatte sich immer wieder verzögert. Monatelang warteten die Beteiligten auf ein medizinisch-technisches Gutachten. Darin geht es um die Frage, ob Malanda angeschnallt überlebt hätte.

Nicht nur Fußball-Fans kannten Bernard Malanda-Adje, kurz Junior Malanda. Sein kurioser Fehlschuss zum Auftakt der Bundesligasaison 2014/2015 hatte für Gesprächsstoff gesorgt. Der damals 19-Jährige traf aus nur einem Meter Entfernung das leere Tor von Bayern-Keeper Manuel Neuer nicht. Damit verspielte er in der 79. Minute die Chance zum 2:2.

Ein halbes Jahr später war der belgische Junioren-Nationalspieler tot. Der damals 20-Jährige starb auf dem Weg von Belgien zum Flughafen Braunschweig. Von dort sollte er mit dem VfL Wolfsburg ins Wintertrainingslager nach Südafrika fliegen.

Weltweit löste der Tod des 20 Jahre alten Talentes Entsetzen aus. "Geschockt und traurig über den tragischen Tod", twitterte der damalige Weltverbands-Präsident Joseph Blatter. "Der Fußball verliert ein großes Talent." Die Deutsche Fußball Liga (DFL) sprach den Angehörigen und Teamkollegen ihr Mitgefühl aus: "Wir sind tief bestürzt über dieses tragische Unglück", sagte Christian Seifert, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung.

Der VfL verschob den Flug ins Trainingslager um einen Tag. Trainer Dieter Hecking äußerte sich bestürzt und von Weinkrämpfen geschüttelt. Manager Klaus Allofs sagte zur Reaktion der Mannschaft: "Alle sind total am Boden zerstört, die Spieler sind alle in einem fürchterlichen Zustand." Besonders groß war die Anteilnahme in Belgien. "Der belgische Fußball verliert eines seiner größten Talente", erklärte Nationaltrainer Marc Wilmots.

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Quelle: wa.de

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