Landtagswahlen

Was bedeuten die Wahlergebnisse für NRW-Parteien?

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Am Wahlabend in Berlin: Der gebeutelte SPD-Chef Sigmar Gabriel mit seiner Stellvertreterin aus NRW, Hannelore Kraft.

NRW - Für die SPD war der Wahlsonntag größtenteils verheerend – mit Ausnahme von Rheinland-Pfalz. Genau daraus schöpft die NRW-Landespartei aber die Hoffnung, bei den Landtagswahlen im Mai 2017 nicht ebenso abzustürzen wie bei so vielen zurückliegenden deutschen Urnengängen.

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft spart jedenfalls nicht mit Lob für ihre sozialdemokratische Parteifreundin Malu Dreyer, die in Mainz wohl Regierungschefin bleiben wird. 

„Die Menschen schauen genau darauf, wer wackelt und wer eine klare politische Linie und Haltung hat“, erklärte Kraft am Montag. Vorbild Malu, mit dem Amtsbonus im Rücken – Kraft gibt sich nach dem Wahlsonntag „sehr zuversichtlich“. Auch NRW-Parteivize Marc Herter folgt dieser Linie: „Eine klare Haltung und eine wertegebundene Politik zeichnen sich gegenüber Beliebigkeit aus.“

Krafts grüne Koalitionspartner blicken eher nach Baden-Württemberg, wo Parteifreund Winfried Kretschmann einen fulminanten Sieg feierte. Allerdings kann die Partei daraus wenig Hoffnung schöpfen: Eine so charismatische Persönlichkeit wie den Stuttgarter Ministerpräsidenten haben die Grünen in NRW nicht. Landeschefin Mona Neubaur sucht daher einen eigenen Weg: „Die Wahlen sind nicht 1:1 auf NRW übertragbar.“

Die CDU kann dem Superwahltag vom Sonntag wenig abgewinnen. Landeschef Armin Laschet zieht aus den Ergebnissen immerhin die Erkenntnis, dass man in der Flüchtlingsfrage auf Kanzlerinnen-Linie bleiben müsse. „Es gibt keinen Anlass für einen Kurswechsel“, sagte er dem WDR. „Man darf nicht wackeln, das haben wir in NRW nie getan.“ Eine wenig versteckte Kritik an den gescheiterten Parteifreunden in Mainz und Stuttgart.

Leichter Optimismus herrscht bei der FDP, die sich vor allem über die Arbeit ihres Landes- und Bundeschefs Christian Lindner freut. Der Wiedereinzug in zwei Landtage sei nicht zuletzt der „gradlinigen und hoch dynamischen“ Arbeit des FDP-Spitzenmanns zu verdanken, sagt der Bezirksvorsitzende Westfalen-Süd, Christof Rasche.

Und die AfD? Gibt sich auch in NRW selbstsicher. Marcus Pretzel, Landeschef und Lebensgefährte von Parteichefin Frauke Petry: „Früher oder später wird es ohne uns nicht mehr gehen.“ In jüngsten Umfragen steht die Partei in NRW bei zehn Prozent.

Quelle: wa.de

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