Bezirksregierung räumt Fehler bei Verteilung von Flüchtlingen ein

Hamm - 230 Asylbewerber wurden der Stadt Ahlen (Kreis Warendorf) am Montag auf einen Schlag zugewiesen. Das ist ohnehin schon viel für eine Stadt, die gerade einmal 53 000 Einwohner hat. In Ahlen kamen aber gleichzeitig rund 230 junge Männer aus Nordafrika an, zumeist Marokkaner.

Seitdem häuften sich die Straftaten innerhalb und außerhalb der beiden Flüchtlingsunterkünfte der Stadt. Zahlreiche Einsätze, mindestens fünf Festnahmen und mehrere Dutzend Strafanzeigen stehen in nur vier Tagen in den Polizei-Akten. 

Noch immer versucht die örtliche Polizei das ganze Ausmaß der Vorfälle zu überblicken. 

Wie aber kann es sein, dass einer kleinen Stadt wie Ahlen von der Registrierungsstelle in Herford fast nur als problematisch geltende marokkanische Männer und alleinreisende Jugendliche zugewiesen werden? 

Zuständig für die Registrierungsstelle in Herford ist die Bezirksregierung Arnsberg. Dort gab man sich gestern kleinlaut, räumte Fehler bei der Verteilung der Flüchtlinge ein. „Im Lichte einer solchen Erfahrung ist man klüger. Dass eine so homogene Gruppe einer Stadt zugewiesen wird, sollte keine Praxis sein“, sagte Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung. 

Fälle dieser Größenordnung habe es bislang nicht gegeben. Nun müsse „nachjustiert“ werden. Man habe der Registrierungsstelle in Herford aufgrund dieses Vorfalls noch einmal deutlich gemacht, dass solche „Fallkonstellationen künftig vermieden werden“. In den vergangenen Monaten hat sich die Zahl der Asylbewerber aus Marokko vervielfacht. 

Aktuell kommen 2,1 Prozent aller Flüchtlinge aus dem nordafrikanischen Land. Sie werden den Ländern Niedersachsen, Sachsen und Nordrhein-Westfalen zugewiesen, so Söbbeler. Andere Bundesländer erhielten keine Marokkaner.

Quelle: wa.de

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