Bonner Prozess um "Mord ohne Leiche" wird neu aufgerollt

+
Symbolbild

Bonn - Der Prozess um einen "Mord ohne Leiche" wird in Bonn gut zwei Jahre nach dem ersten Urteil heute neu aufgerollt. Angeklagt ist ein 43-Jähriger, dem vorgeworfen wird, er habe seine Ehefrau 2012 heimtückisch ermordet.

Das Bonner Landgericht hat 16 Verhandlungstage bis Mitte November eingeplant. Das Gericht hatte den Mann im Juli 2014 zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren wegen Totschlags verurteilt. Der Angeklagte ging in Revision. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil im vergangenen Oktober wegen Rechtsfehlern in der Beweiswürdigung auf. Nun wird neu verhandelt. 

Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte seiner schlafenden Ehefrau Beruhigungsmittel eingeflößt, sie die Treppe hinuntergestoßen und später zu Tode gewürgt haben. Der Verdacht gründet sich unter anderem auf angebliche Aussagen des Mannes gegenüber seiner Freundin, er habe seine Frau erwürgt, zerstückelt und im Abfall entsorgt. 

Der Angeklagte hatte aber später in den Vernehmungen beteuert, er habe das nur erfunden. Denn seine Freundin - sie hatte als Zeugin im Prozess ausgesagt - habe die Fortsetzung ihrer Beziehung davon abhängig gemacht, dass er die Tötung ihr gegenüber gestehe. Die Leiche der 42-jährigen Mutter zweier Kinder wurde nie gefunden. - dpa

Quelle: wa.de

Kommentare