Polizei sucht nach Festnahme die anderen Verdächtigen im Fall Niklas

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Bonn - Niklas war erst 17, als er starb - zu Tode geprügelt von jungen Männern, scheinbar aus dem Nichts. Nach Tagen ohne konkreten Ermittlungserfolg hat die Polizei einen Hauptverdächtigen festgenommen. Aber immer noch sind viele Fragen offen.

Nach der Festnahme eines Hauptverdächtigen im Fall des in Bonn totgeprügelten Niklas' suchen die Ermittler fieberhaft nach den weiteren Mittätern. Es seien Tatverdächtige überprüft worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwochmorgen. Ob es weitere Festnahmen gab, sagte er nicht. 

Für den Mittwochnachmittag war eine Pressekonferenz angesetzt. Der 17 Jahre alte Niklas war in der vergangenen Woche im Krankenhaus gestorben. Eine Woche zuvor war er von einer Gruppe junger Männer im Stadtteil Bad Godesberg verprügelt worden - nach einem Konzertbesuch auf dem Weg zum Bahnhof. Auch seine Begleiter wurden dabei verletzt. Erst als weitere Zeugen zur Hilfe kamen, suchten die Täter das Weite. Das Trio konnte zunächst fliehen. 

Überfall beschäftigt auch die Politik

Inzwischen beschäftigt der brutale Überfall auf Niklas auch die Politik. Der Bonner Oberbürgermeister Ashok-Alexander Sridharan (CDU) kündigte einen "Runden Tisch gegen Gewalt" an, zu dem Kirchen, Polizei, städtische Ämter und Stabsstellen eingeladen werden sollen. Ziel sei es, präventiv auf Jugendliche einzuwirken - und gewaltsame Angriffe zu verhindern. 

Staatsanwaltschaft und Mordkommission wollen am Mittwochnachmittag (15 Uhr) in einer Pressekonferenz in Bonn ihren Ermittlungsstand erläutern. Bei dem mutmaßlichen Haupttäter handele es sich um einen 20-Jährigen, der am Dienstag festgenommen worden sei. Weitere Details dazu sind bisher kaum bekannt. Um Zeugen zu finden hatten die Ermittler auch Flugblätter verteilt. Die Staatsanwaltschaft setzte eine Belohnung von 3.000 Euro aus. Konkrete Ermittlungserfolge konnten bis zur Festnahme des Hauptverdächtigen aber lange nicht präsentiert werden. 

Am Samstag soll Niklas in Bad Godesberg beerdigt werden. Pfarrer Wolfgang Picken lud alle zu den Trauerfeierlichkeiten ein, die Anteil am Tod des 17-Jährigen nehmen wollen. Der Tatort ist unterdessen bereits zu einem Ort der Trauer geworden. Niklas' Familie sei dort täglich gewesen, sagte Picken.

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Quelle: wa.de

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