Brandanschlag in Altena

Nach Brand in Flüchtlingsunterkunft: Untersuchungshaft für Tatverdächtige

Altena [Update 18 Uhr] - Das Hagener Landgericht hat am Dienstag Haftbefehle gegen die beiden jungen Altenaer erlassen, die am 3. Oktober in einem von Flüchtlingen bewohnten Haus an der Brandstraße ein Feuer gelegt haben sollen. Sie wurden gegen 14.30 Uhr festgenommen und nach Hagen gebracht. Dort wurden sie dem Haftrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete.

Hintergrund ist, dass die zuständige Kammer des Hagener Landgerichts der Auffassung ist, dass die beiden Männer des siebenfachen Mordversuchs verdächtig sind. Bei solchen Tatvorwürfen ist Untersuchungshaft üblich, weil man davon ausgeht, dass wegen der Höhe der zu erwartenden Strafe Fluchtgefahr besteht.

Damit dürfte auch feststehen, dass das Verfahren vor dem Schwurgericht stattfinden wird – andere Kammern dürfen keine Urteile zu vorsätzlichen Tötungsdelikten oder deren Versuch fällen. Ein Schwurgericht ist mit drei Berufsrichtern und zwei ehrenamtlichen Schöffen besetzt.

Was den Tatvorwurf angeht, vertreten Gericht und Staatsanwaltschaft weiterhin unterschiedliche Meinungen. Nachdem das Landgericht Ende Januar zu der Auffassung kam, dass es sich um einen Mordversuch handeln könnte, gingen die Akten zurück an die Staatsanwaltschaft. Richter Jens Berndt, Pressesprecher des Landgerichts, gestern auf Anfrage unserer Zeitung: „Die Staatsanwaltschaft hat darauf verzichtet, eine neue Anklage zu schreiben. Aber das war auch nicht zu erwarten“.

Damit wird die Anklage auf schwere Brandstiftung lauten. Daran sei das Gericht aber nicht gebunden, erklärte Berndt.

Wann das Verfahren beginnt, ist noch nicht bekannt: Momentan werden mit den Verteidigern und Nebenklägern mögliche Termine abgesprochen.

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Quelle: wa.de

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