Die neue Mietpreisbremse – das müssen Sie jetzt wissen

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Die Mietpreisbremse sorgt dafür, dass Mieter auch in Großstädten wieder bezahlbaren Wohnraum finden.

Seit dem 1. Juni 2015 gilt in Deutschland die Mietpreisbremse. Dieser Beschluss des Bundestags soll verhindern, dass die Mieten in den deutschen Bundesländern weiterhin so rasant ansteigen. Die neue Regelung hat Auswirkungen – hier erfahren Sie alle Vor- und Nachteile.

So funktioniert die Mietpreisbremse

Vor allem in Großstädten wie Hamburg, Berlin und München wird es immer schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Die Mietpreise sind hier in den letzten Jahren rasant gestiegen. Diesem Anstieg hat der Deutsche Bundestag am 1. Juni 2015 einen Riegel vorgeschoben und die sogenannte Mietpreisbremse eingeführt. Sie soll vor allem die zum Teil enormen Unterschiede zwischen einer Bestandsmiete und der Miete bei einer Wiedervermietung eindämmen.

Vermieter müssen sich nun an einer ortsüblichen Miete orientieren und dürfen dabei maximal 10 Prozent über dem Durchschnitt liegen. Nach fünf Jahren muss der Wohnungsmarkt wieder neu geschätzt werden. Allerdings gilt diese Regelung nur für Regionen mit angespannter Mietslage wie etwa Großstädte.

Das müssen Sie jetzt als Vermieter wissen

Als Vermieter müssen Sie nicht voreilig reagieren. Das Senken der Bestandsmiete für einen Wohnraum ist nicht notwendig. Möchten Sie Ihre Wohnung oder ein Haus neu vermieten, so dürfen Sie das zunächst tun wie bisher. Die Mietpreisbremse gilt erst, wenn die Region, in der sich Ihr Mietobjekt befindet, als angespannt eingestuft wird. Sobald Sie dann eine Mieterhöhung anstreben, müssen Sie sich an der ortsüblichen Vergleichsmiete orientieren.

Aber auch hier gibt es Ausnahmen: Damit die Schaffung von neuem Wohnraum nicht behindert wird, sind Neubauten ausgenommen. Heißt, wenn Sie Ihr Eigentum nach dem 1. Oktober 2014 erstmalig vermieten, gilt die Regelung für Sie nicht. Genauso, wenn Sie die Wohnung oder das Haus komplett sanieren und es dann als neuwertig eingestuft werden kann. Voll möblierte Wohnungen sowie Autostellplätze sind ebenfalls nicht betroffen.

Die Vor- und Nachteile der Mietpreisbremse

Das neue Gesetz wirkt sich vor allem positiv für Mieter aus. Schließlich sind sie es, die wegen zu hoher Mietpreise in überlasteten Gebieten kaum noch bezahlbaren Wohnraum finden. Doch die Regelung kann auch Chancen für Vermieter bieten: Jetzt ist die richtige Zeit, um bei Bedarf Ihren Wohnbestand zu sanieren. So können Sie Ihr Objekt vor der Mietpreisbremse schützen. Dafür müssen die Kosten für den Umbau mindestens 1/3 des Preises für einen Neubau betragen.

Aktuell dürfen Sie sogar noch auf eine Gesetzeslücke zugreifen, auf die sogenannte Indexmiete. Dabei steigt die Miete in regelmäßigen Intervallen an. Dies wird bei Abschluss eines Mietvertrages vereinbart. Von der Mietpreisbremse sind Indexmieten aktuell noch ausgeschlossen.

Quelle: wa.de

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