Prozessauftakt nach versuchtem Mord

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Symbolbild.

Dortmund/Lünen - Um eine versuchte Vergewaltigung zu verdecken, soll ein 35-jähriger Mann aus Lünen im April 2014 eine Frau aus dem Fenster seiner Wohnung gestoßen haben. Das Opfer fiel acht Meter in die Tiefe und zog sich beim Aufprall mehrere Rippenbrüche zu.

Ein 35-jähriger Lüner steht seit Dienstag vor dem Dortmunder Schwurgericht, weil er eine flüchtige Bekannte aus dem Dachfenster seiner Lüner Wohnung geworfen haben soll. Mit diesem Mordversuch habe er, so die Dortmunder Staatsanwaltschaft, einen brutalen Vergewaltigungsversuch mit Schlägen und Messerschnitten vertuschen wollen.

Für die Staatsanwaltschaft ist der Angeklagte ein allgemeingefährlicher Straftäter, der in der Sicherungsverwahrung untergebracht werden müsse. Zur Zeit verbüßt er eine ältere Freiheitsstrafe wegen Vergewaltigung, ist mehrfach wegen Gewalt- und Sexualstraftaten vorbestraft. Während der aus der Türkei stammende Mann zu Prozessbeginn von seinem Schweigerecht Gebrauch machte, schilderte das mutmaßliche Opfer stundenlang das erlebte Martyrium.

Eher zufällig habe sie Stunden vor dem Geschehen den Mann kennen gelernt, er sei ein Bekannter ihres verheirateten Geliebten und habe ihr eine Übernachtungsmöglichkeit angeboten, schilderte die aus Berlin stammende Türkin den Beginn der verhängnisvollen Bekanntschaft. Gemeinsamer Drogenkonsum, "Party machen" in einer Dortmunder Diskothek und dann die Rückkehr in die Lüner Wohnung. "Auf einmal war die Wohnungstür abgeschlossen und er sass in Unterhose neben mir und fing an mich zu begrapschen." Die verschleierte Muslimin schilderte dem Gericht, wie der angetrunkene und unter Drogen stehende Mann immer massiver und gewalttätiger wurde. "Er hat mich geschlagen, geboxt, mich gebissen wie ein Hund", erinnerte sie sich an den immer heftigeren Kampf mit dem Lüner.

Nach mehreren Messerstichen blutüberströmt und mit herunter gerissenem Oberteil flüchtete sich die damals 22-jährige in der verschlossenen Wohnung an ein Dachfenster, schrie lauthals, aber vergeblich um Hilfe. "Ich hatte mich halb aus dem Fenster gebeugt, aber ganz fest gehalten. Da merkte ich, wie er meine Beine packte und mich rausstieß", fasste die zierliche junge Frau den erlebten Horror noch einmal zusammen.

Aus acht Metern Höhe fiel sie auf eine Grünfläche vor dem Mehrfamilienhaus. Gefunden wurde die schwer verletzte Frau von einer Rentnerin, die am frühen Morgen ihren Hund ausführte. "Ich sah die alte Oma kommen und da verließen mich meine letzten Kräfte und ich bin ohnmächtig geworden."

Quelle: wa.de

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