Einschränkungen auch für Hunde- und Katzenhalter

Reiherente im Kreis Soest an Vogelgrippe gestorben - Sperrbezirk eingerichtet

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An einer toten Reiherente, die am 22. November an der Kanzelbrücke in Möhnesee-Wamel gefunden worden war, wurden H5N8-Erreger nachgewiesen.

[Update, 14.45 Uhr] Möhnesee - Es gibt einen dritten bestätigten Fall von Vogelgrippe in NRW, und zwar in Möhnesee im Kreis Soest. Das teilte ein Mitarbeiter von Landes-Umweltminister Johannes Remmel am Freitagmorgen via Twitter mit.

Der seit einigen Tagen erwartete Fall ist eingetreten: Am Möhnesee ist der erste Fall der Wildvogel-Geflügelpest im Kreis Soest aufgetreten. Die Untersuchung einer toten Reiherente im Friedrich-Löffler-Institut hat die hochpathogene Variante H5N8 bestätigt.

Die Behörden haben nach Eintreffen des Befundes am Freitagmorgen umgehend die Maßnahmen zur Eindämmung der Geflügelpest-Epidemie verschärft.

Am Dienstag war die tote Reiherente im Bereich der Kanzelbrücke in Wamel gefunden worden, die Gemeinde Möhnesee hatte das Tier dann zur weiteren Untersuchung an den Veterinärdienst des Kreises Soest übergenen.

Nachdem das Labor des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes Westfalen in Arnsberg bei der Ente das Influenzavirus H5 nachgewiesen hatte, wurde das Friedrich-Löffler-Institut auf der Ostsee-Insel Riem eingeschaltet, dessen Experten haben dann die hochpathogene, also stark krankmachende Variante N8 bestätigt.

Eine Reiherente auf den hiesigen Gewässern.

Unmittelbar nach Eintreffen des Laborbefundes am Freitagmorgen hat der Veterinärdienst des KreisesSoest per Tierseuchenverfügung zum Schutz gegen die Geflügelpest einen Sperrbezirk von einem ein Kilometer Durchmesser und ein Beobachtungsgebiet von drei Kilometern Durchmesser rund um den Fundort eingerichtet.

Im Sperrbezirk befindet sich kein Geflügelhalter, im Beobachtungsgebiet gibt es 13 kleinere Geflügelhalter. In beiden Bereichen gelten Einschränkungen für Halter und Vermarkter von Geflügel.

Darüber hinaus wird eine Stallpflicht für sämtliches, auch privat gehaltenes Geflügel im gesamten Kreis Soest angeordnet. Tauben und Ziervögel sind von dieser Regelung nicht betroffen. Im Sperrbezirk und im Beobachtungsgebiet dürfen auch Hunde und Katzen nicht mehr frei laufen gelassen werden, da sie den Erreger übertragen können.

Nähe des Fundortes wird verstärkt kontrolliert

Der Kreis-Veterinärdienst wird in den kommenden Tagen verstärkt in der Nähe des Fundortes kontrollieren. Auf Anordnung des Landwirtschaftsministeriums NRW war bereits am 14. November eine Stallpflicht für Hausgeflügelbestände verfügt, die innerhalb eines Schutzsaums um die Rastplätze von Zugvögeln liegen.

Der Fundort Kanzelbrücke befindet sich in diesem ausgewiesenen Bereich. Reiherenten sind in Mitteleuropa weit verbreitet und am Möhnesee inzwischen sogar häufiger als Stockenten. Speziell zur Mauser kommt es wohl auch zu Wanderungsbewegungen aus Ost- und Südosteuropa. Ob die tot aufgefundene Ente den Virus als Mausergast eingeschleppt oder ob sie dauerhaft am Möhnesee gelebt hat, ist laut Professor Dr. Wilfried Stichmann aber schwer zu sagen.

Bis zu 60 Reiherenten pro Trupp

Die Zahl der Reiherenten am Möhnesee sei ziemlich konstant, zur derzeit anstehenden Mauser habe sie nur wenig zugenommen. Besonders während der Mauser leben Reiherenten ziemlich gesellig in größeren Trupps von 50 bis 60 Tieren. Dies könnte eine Verbreitung des Geflügelpest-Virus durch die tot aufgefundene Ente begünstigt haben, so Stichmann.

Der erste Fall von Vogelgrippe in NRW war in der vergangenen Woche bei einem toten Bussard im Kreis Wesel festgestellt worden. Ein erster Verdachtsfall aus dem Kreis Soest hatte sich zu diesem Zeitpunkt  nicht bestätigt.  Der zweite Fall war dann am vergangenen Sonntag bei einer Ente am Hengsteysee in Hagen bekannt geworden. 

Quelle: wa.de

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