Spur führt nach Holland

NRW jagt Automaten-Sprenger von Hamm und Bönen

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Hamm/Bönen - Ein ohrenbetäubender Knall, dann fliegen Trümmer: Gangsterbanden sprengen in NRW reihenweise Geldautomaten in die Luft – so auch in Hamm und Bönen. Nun will das Landeskriminalamt dem nächtlichen Treiben ein Ende bereiten. Die Spur führt nach Holland.

Nach einer Serie von Geldautomaten-Sprengungen in Nordrhein-Westfalen hat das Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen. In diesem Jahr habe es bereits 31 Angriffe auf Geldautomaten gegeben, sagte LKA-Chef Uwe Jacob gestern in Düsseldorf. In Westfalen schlugen die Täter unter anderem in Hamm, Bönen, Oelde und Kirchhundem zu. Nun kümmere sich eine eigene Ermittlungsgruppe um die Straftaten. Das LKA geht davon aus, dass es sich um mehrere Banden handelt, die aus den Niederlanden operieren – und angeblich zum Teil aus Moldawien stammen sollen. Mit der Polizei des Nachbarlandes seien bereits Gespräche geführt worden. Nach Angaben agierten die Täter in wechselnder personeller Zusammensetzung.

Die Täter leiten Gas in die Automaten und jagen die Geräte auf diese Weise in die Luft, um an das Bargeld zu kommen. Dadurch entstehen regelmäßig enorme Schäden. Ähnlich läuft es immer wieder auch bei Fahrkartenautomaten, die von Unbekannten zerstört werden. „Bei den Sprengungen wurden teilweise massive Gebäudeschäden verursacht, zum Glück wurden bislang noch keine Hausbewohner oder zufällig vorbeikommende Passanten verletzt“, berichtete LKA-Ermittler Dietmar Kneib. Die Täter seien mit hochmotorisierten geklauten Fahrzeugen der Marken Audi oder BMW in Richtung Niederlanden geflüchtet – oft in halsbrecherischem Tempo.

Eine solche Bande soll der NRW-Polizei Anfang September eine schwere Blamage bei einer nächtlichen Verfolgungsjagd beschert haben: Mit einem 450 PS starken Audi RS4 waren die Gangster über acht Autobahnen im Rheinland mit mehr als Tempo 250 gerast und einer großen Zahl von Streifenwagen und einem Polizeihubschrauber entkommen. Sie fanden dabei sogar noch Zeit, ihren Wagen aufzutanken.

Neben den Automatensprengungen werden den Banden auch Blitzeinbrüche in Leverkusen, Bielefeld und Hagen zugeschrieben. Alle vorhandenen Spuren würden nun mit hoher Priorität untersucht. Es werde außerdem gemeinsam mit den Herstellern versucht, die Geldautomaten technisch besser zu sichern. Die meisten Explosionen wurden im deutsch-niederländischen Grenzgebiet registriert. - lnw/eB

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Quelle: wa.de

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