Bernhard Friedrich unterrichtet ehrenamtlich Flüchtlinge in Bönen

+
Bernhard Friedrich gibt den Flüchtlingen in Bönen auf Initiative der Kirchengemeinden kostenlos Deutschunterricht.

Bönen - Der wichtigste Schritt, um sich in einem fremden Land zurechtzufinden, ist es, die Sprache zu lernen. Doch das ist für Flüchtlinge nicht so einfach. Erst wenn ihr Asylantrag angenommen wurde, haben sie die Möglichkeit, einen geförderten Sprachkursus zu besuchen. Um ihnen am Anfang ein wenig zu helfen, bieten die Kirchengemeinden in Bönen jetzt einen kostenlosen Kursus im Bodelschwingh-Haus an.

Und das Angebot wird sehr gut angenommen, stellt Bernhard Friedrich fest. Bis zu 21 Schüler hatte er bereits an den ersten beiden Unterrichtstagen dienstagvormittags von 10 bis 12 Uhr.

Der ehemalige Berufskolleg-Lehrer hat die Aufgabe ehrenamtlich übernommen. „Ich habe im Café Freundschaft erfahren, dass ein solcher Kursus eingerichtet werden soll und habe mich dann dafür gemeldet“, erzählt er. Das Konzept dafür hat er selbst erstellt. „Erstmal geht es um Grundsätzliches, um lebensnahe Begriffe aus dem Alltag. Ich habe zum Beispiel Karten von einem Memory-Spiel kopiert und gehe mit den Teilnehmern die Wörter durch“, berichtet Friedrich. Für die nächste Stunde hat er den Grundriss einer Wohnung vorbereitet und die Möbel aus Prospekten herausgeschnitten. Die sollen seine Schüler dann benennen.

Ganz wichtiges Hilfsmittel im Unterricht ist aber Humor. Pantomimisch muss Bernhard Friedrich vieles erklären. „Ich spreche nur Deutsch im Unterricht“, so der Pädagoge. Eine gemeinsame Zweitsprache gibt es nämlich nicht. Die Teilnehmer kommen aus völlig unterschiedlichen Ländern, etwa aus dem Irak, aus Syrien, Armenien und dem Balkan. Eines haben jedoch alle gemeinsam „Sie sind hoch motiviert“, erzählt Friedrich.

Ein bisschen Unterstützung könnte er allerdings gebrauchen. „Einige Mütter müssen ihre Kinder mitbringen, weil sie keinen Kita-Platz haben“, erzählt er. Schön wäre es, wenn sich jemand bereit erklären würde, die Kleinen während des Kurses zu betreuen.

Sollte die Teilnehmerzahl weiter steigen, wäre auch ein weiterer Lehrer sinnvoll. „Vielleicht kann ich ja Kollegen dazu motivieren“, hofft Friedrich. Willkommen in dem Kursus sind alle lernbereiten Menschen - egal ob ihr Antrag auf Asyl Chancen hat oder nicht.

Quelle: wa.de

Mehr zum Thema

Kommentare