Brigitta Niggenaber: Helferin in der Hellwegstadt

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Glücklich ist Brigitta Niggenaber nicht zuletzt im Kreise der Flüchtlinge, die sie in Bad Westernkotten betreut. Auch die Kinder aus den Flüchtlingsfamilien besuchen sie.

Bad Westernkotten - Sie liegt ihr gewissermaßen in den Genen: Die stete Hilfsbereitschaft, mit der Brigitta Niggenaber Menschen zur Seite steht, mit denen es das Schicksal nicht so gut gemeint hat.

Der nicht abreißende Flüchtlingsstrom, der auch die Hellwegstadt inzwischen erreicht hat, ist für die Bad Westernkötterin ein besonderer Anlass, die Menschen an die Hand zu nehmen. „Das habe ich von kleinauf gelernt. Meine Mutter kam einst selbst als Vertriebene aus Schlesien nach Westfalen. Sie hat mir mit auf den Weg gegeben was ich heute bin,“ beschreibt Brigitta Niggenaber den Ausgangspunkt ihres Wirkens.

Für Engagement ausgezeichnet

Gut erinnert sie sich u.a. noch an Zeiten, in denen ihre Mutter säckeweise Bettwäsche für andere Menschen gesammelt hat. Brigitta Niggenaber, die zu Beginn des Jahres beim Neujahrsempfang von Bürgermeister Peter Wessel für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurde, muss nicht lange überlegen, um – neben der Erziehung – drei weitere Aspekte zu nennen, die ihren Einsatz im Kurort in besonderem Maße beeinflusst haben: „Ich bin Krankenschwester, Pfadfinderin und katholisch. All das wirkt zusammen mit dem, was ich von Kindesbeinen an von meinen Eltern mit auf den Weg bekommen habe: Hilfsbereitschaft ist sehr wichtig, vor allem wenn sie Menschen betrifft, die Unterstützung dringend benötigen“, fasst sie zusammen.

1993 und 1994 reiste die Bad Westernkötterin zum Beispiel nach Afrika. Nicht etwa um Urlaub zu machen. Vielmehr war sie dort im Hilfseinsatz – zunächst in Simbabwe, dann während des Krieges in Ruanda. Basis für ihr Engagement waren die Pfadfinder. Über das Rote Kreuz verschickte sie später Hilfslieferungen nach Afrika und zwar immer direkt an Kontaktpersonen. So wusste sie stets, dass die Pakete auch ankamen. 

Teils reiste sie mit ihrem Vater quer durch die Bundesrepublik, um ihre Sendungen direkt mit entsprechenden Transporten auf den Weg zu schicken. „Eigentlich schiebe ich nur von rechts nach links“, beschreibt Brigitta Niggenaber ihr Handeln ganz pragmatisch. Den ersten Kontakt zu Flüchtlingen im Kurort hatte sie dann im April 2013. Eine Schwarzafrikanerin kam gelegentlich in ihren Laden (Gittas Bastelschmiede) zum Kopieren von Dokumenten. „Ich habe ihr meine Hilfe angeboten. Doch sie dachte wohl immer, es gehe nur um das Kopieren. Einige Zeit später habe ich sie auf der Straße getroffen und ihr ein Bett angeboten. Sie nahm die Hilfe dankend an“, erinnert sich Brigitta Niggenaber.

"Man lernt Schicksale kennen"

Bald schon packte sie mit an, um den Wohnbereich der Asylsuchenden im Flüchtlingsheim grundlegend auf Vordermann zu bringen. Alles habe ausgetauscht werden müssen. Die Afrikanerin lebte dort mit ihrem Sohn, damals 4 Jahre alt. Gemeinsam mit beiden fuhr sie zum Amt, zum Arzt, unterstützte sie beim Einkaufen.

Inzwischen hat sie für ihre Schützlinge eine Bleibe außerhalb des Flüchtlingsheims gefunden. Weitere Flüchtlinge kamen über die Zeit hinzu – teils mit dramatischen Lebensgeschichten. „Man lernt die einzelnen Schicksale kennen. Lässt man sich darauf ein, dann lernt man viel dazu“, ist sich Brigitta Niggenaber sicher. Unterstützung hat sie von zahlreichen Bad Westernköttern. Eine Familie mit vier Kindern beispielsweise kümmert sich um den Sohn einer Asylsuchenden. Jeden Dienstag besucht er die Familie zum Spielen.

So wie diese Familie, hat Brigitta Niggenaber auch andere Bekannte angesprochen: Dorothea Surau, Heinrich Bergmann, Sandra Patruno und Frau Schild sowie eine Gruppe von Helfern um Thomas Reeker, die einfach da sind, wenn angepackt werden muss. Auf die Hilfe dieses engagierten Teams können inzwischen zahlreiche Flüchtlinge setzen. Allein Brigitta Niggenaber unterstützt Menschen aus Kamerun, Guinea, Eritrea, China, Ägypten und dem Irak. Und wenn es nach ihr geht, kann das noch lange so weiter gehen. Übrigens: Wer das Team unterstützen möchte, kann sich zu den Öffnungszeiten in Gittas Bastelschmiede melden.

Quelle: wa.de

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