Festnahme in Paderborn

Flüchtiger Sicherungsverwahrter zurück in der JVA Werl

[Update 10.15 Uhr] Werl - Ein 50-jähriger Sicherungsverwahrte, der am 16. Juni nach einem dreimonatigen Langzeitausgang nicht in die JVA Werl zurückgekehrt war, ist in Paderborn von Einsatzkräften überwältigt worden. Jetzt sitzt er wieder in der Sicherungsverwahrung in Werl.

Das teilte der stellvertretende JVA-Leiter Andreas Jellentrup mit. Der Flüchtige sei in einem Paderborner Stadtteil am Samstag gegen 15.30 Uhr von Spezialkräften festgenommen worden. Dabei habe er „keine Gelegenheit gehabt, Widerstand zu leisten“. Heißt: Der Mann muss vom Zugriff im öffentlichen Raum völlig überrascht worden sein. Bei der Festnahme fanden die Ermittler eine „geringe Menge Drogen“ bei dem Mann. 

Von weiteren, gar gravierenden Straftaten in der Zeit des ungenehmigten Ausgangs sei „nichts bekannt“, sagt Jellentrup. Intensive Fahndungsmaßnahmen führten auf die Spur des Flüchtigen. Die Federführung der Ermittlungen lag bei der Polizei Nordhessen. Der Grund: Das frühere Vergehen des Mannes, das zu Haft und späterer Sicherungsverwahrung geführt hatte, lag im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Kassel. 

Auch das Landeskriminalamt Hessen war an der Suche beteiligt. Nach ersten Angaben des Mannes bei der Polizei lagen die Gründe seines unerlaubten Fernbleibens offenbar im persönlichen Bereich. Das NRW-Justizministeriums hatte einen Streit bestätigt, bei dem der Mann eine Verwandte geschlagen haben soll. Danach wurde spekuliert, er könne geflohen sein, weil er rechtliche Konsequenzen fürchtete (wie berichtet). 

Der 50-jährige hat sein familiäres Umfeld in Warburg. Noch am Samstagnachmittag wurde der Mann in die JVA Werl zurückgebracht. Nun muss die JVA Werl entscheiden, wie sie weiter mit ihm verfährt, welche Disziplinar- und Sicherungsmaßnahmen greifen sollen. Natürlich werde er zunächst nicht mehr in den Genuss von Ausgängen kommen, sagt Jellentrup. Der 50-Jährige war von einem dreimonatigen Langzeitausgang, der ihn auf eine mögliche Entlassung vorbereiten sollte, am 16. Juni nicht in die JVA zurückgekehrt. 

Dabei sollte er kurz danach erneut einen Langzeitausgang antreten können. Wäre dieser ohne Zwischenfälle verlaufen, hätte er vielleicht schon im Herbst entlassen werden können, hatte die JVA Werl mitgeteilt. Doch der 50-Jährige blieb fern, reagierte auch auf Handyanrufenicht. Nach JVA-Angaben wurde der Mann 1996 wegen schwerer räuberischer Erpressung verurteilt. 

Die Anordnung der Sicherungsverwahrung sei mit diesem Urteil erfolgt. Schon davor war er wegen diverser Eigentums-, Vermögens- und Gewaltdelikten verurteilt worden. In Werl saß der Mann seit 2006 in Haft, ab 2011 in der Sicherungsverwahrung.

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Quelle: wa.de

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