Hauptzollamt zieht Ferienbilanz

Flughafen Düsseldorf: Waffen immer öfter im Gepäck

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Düsseldorf - Der Zoll am Düsseldorfer Flughafen fischt zunehmend illegal eingeführte Waffen aus dem Gepäck von Reisenden. Allein in diesen Sommerferien wurden 148 Waffen sichergestellt und 103 Strafverfahren eingeleitet, wie das Hauptzollamt Düsseldorf am Dienstag mitteilte.

"Wir beobachten das schon länger. Da ist leider ein Trend erkennbar", sagte Zollsprecher Michael Walk. Im gesamten Jahr 2012 wurden den Angaben zufolge 250 Waffen entdeckt, im vergangenen Jahr 286.

Vor allem Jugendliche und junge Männer bis 25 Jahre bringen laut Zoll Messer, Schlagringe und Wurfsterne als Urlaubssouvenirs aus Bulgarien oder Rumänien mit. In den Urlaubsorten würden die Waffen mitunter frei am Strand verkauft mit dem Hinweis sie seien legal. In Deutschland fallen sie jedoch unter das Waffengesetz.

Waffen, Bargeld, Zigaretten: Das findet der Zoll im Reisegepäck

284 Strafverfahren leiteten Zöllner vom Düsseldorfer Flughafen in den Sommerferien insgesamt gegen Reisende ein. Davon entfielen 103 Verfahren auf die illegale Einfuhr von Waffen, elf Verfahren auf die illegale Einfuhr von Arzneimitteln und 170 Verfahren auf die Nichtanmeldung hochwertiger Waren. Dazu kamen noch 80 Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen der Nichtanmeldung von Barmitteln über 10.000 Euro.

Ein junger Mann führte laut Hauptzollamt gleich ein kleines Waffenarsenal mit sich: Zwei Butterflymesser, einen "normalen" Schlagring und zwei Schlagringe mit integriertem, einklappbarem Messer hatte er im Gepäck. Auf Nachfrage gab er auch noch an, ein Waffennarr zu sein und Gefallen an seinen "Souvenirs" zu finden. Alle Waffen werden nach Abschluss der jeweiligen Strafverfahren vernichtet.

Besonders dreist sei ein Mann gewesen, der in die Türkei ausreisen wollte. Auf Nachfrage gab er an, nur 10.000 Euro mit sich zu führen. Tatsächlich fanden die Zöllner in seinem Gepäck 138.000 Euro, versteckt in Etuis und Verpackungen für Süßigkeiten, Gebäck und Kondome. Angeblich war das Geld für seinen Urlaub in der Türkei bestimmt.

Weniger auf Urlaub, sondern eher auf Gewinn war ein 36-jähriger Mann aus Russland eingestellt. Bei der Röntgenkontrolle seines Gepäcks deutete sich bereits eine größere Menge Zigaretten an. Und tatsächlich wollte er 15.000 Zigaretten nach Deutschland schmuggeln. Außer einem Nagelknipser, einem alten Mobiltelefon und 80 Euro in bar führte er sonst keinerlei Gegenstände mit sich.

Erfreulich ist die Bilanz hingegen im Bereich Artenschutz: Hier konnten die Zöllner keinen einzigen Verstoß registrieren, womit sich die erfreuliche Tendenz am Düsseldorfer Flughafen fortsetzt. - eB

Quelle: wa.de

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