Tickets für Freizeitpark im Sauerland gewinnen

"Fort Fun Abenteuerland" lockt mit Wild-West-Flair

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Wir verlosen 3x2 Karten für das Fort Fun Abenteuerland in Bestwig-Wasserfall.

BESTWIG – Der "Wilde Westen" des Sauerlandes liegt in Bestwig. Konkret im Ortsteil Wasserfall. Ja, der heißt wirklich so. Hierher pilgern Jahr für Jahr rund 400.000 Besucher, um im "Fort Fun Abenteuerland" für einige Stunden in die Welt der Fahrgeschäfte, Shows und Attraktionen einzutauchen. Unser Redakteur Lars Becker hat den Freizeitpark mit seiner Frau Nicole sowie den Söhnen Joel (7) und Matti (3) auf seine Familientauglichkeit getestet.

Gewinnspiel

Wir verlosen in Zusammenarbeit mit dem Fort Fun Abenteuerland 3 x 2 Eintrittskarten. Schreiben Sie uns per e-mail unter Angabe Ihres Namens und Ihres Wohnortes bis Montag, 18. August (12 Uhr), an lbecker@wa.de, warum gerade Sie Tickets für einen Trip nach Bestwig-Wasserfall verdient haben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, die Gewinner werden von uns benachrichtigt.

Fort Fun im Internet:

- offizielle Homepage

- Eintrag bei wikip

Die Autobahn 46 ist frei, Bestwigs Straßen sind leer, ein Parkplatz findet sich direkt gegenüber vom Haupteingang – dazu T-Shirt-Wetter schon um 9.30 Uhr: Ja, es könnte wahrlich schlechter laufen an diesem Mittwochmorgen.

In wenigen Minuten öffnen sich die Pforten. Der Geduldsfaden unzähliger Kids in knallbunten T-Shirts mit Ferienlager-Aufschriften droht aber schon jetzt zu reißen. Also wird auf Initiative der Gruppenleitung gesungen: vom eiskalten Bommerlunder und dem mit Schinken belegten Brot, von einem Fahrradlenker und einem Gaspedal. Na endlich, jetzt beginnt der Einlass – und das ohrenbetäubende Gesinge wird zum vorfreudigen Gejohle.

Ruckzuck sind auch wir im Sog der dennoch überschaubar großen Masse eingetaucht ins "Fort Fun Abenteuerland". Zum ersten Mal bin ich hier, meine Frau war einst mit der Schule da – vor einer gefühlten Ewigkeit. Wir sind alle neugierig und gespannt. Dann mal los.

Erste Anlaufstelle für uns ist der Service Point. Auf das Ausleihen eines Bollerwagens verzichten wir dann doch, schließen aber das geschnippelte Gemüse, Brötchen, Mettwürstchen, Getränke und Co. für zwei Euro im Schließfach ein. Die Kühltasche bleibt hier ihrem Namen treu. Wir werden am Mittag wiederkommen und die Leckereien vernaschen.

Wie bekommt man schnell einen Überblick? Ja, durch den Faltplan. Wir aber setzen uns direkt ins Riesenrad und genießen die Aussicht aus 45 Metern Höhe.

Wir entdecken zwei Wasserbahnen, den Sessellift auf den Stüppelberg, die Sommerrodelbahn und und und... Nach vier Minuten haben wir wieder festen Boden unter den Füßen und entern direkt die Achterbahn „Devils Mine“. Wow, selbst der Kurze hat nach dem etwas langatmigen Anstehen riesigen Spaß – und der Große steigt direkt noch für eine Runde ins Kettenkarussell.

Lust auf eine Abkühlung? Dann nichts wie rein in die Rafting-Anlage „Rio Grande“. Schon das Anstellen wird hier mit vielen weiteren gut gelaunten Eltern und Kindern zum kurzweiligen Vergnügen, weil die vorbeirasenden Boote das Wasser hier und dort mit Wucht aus der Stromschnellenbahn drücken – und das landet mit Vorliebe auf T-Shirts und Hosen der Wartenden.

Die Fahrt durch den "Rio Grande" ist spritzig und kurzweilig.

Die Fahrt im Achtsitzer mit einer zweiten Familie macht Spaß. Das Tempo ist ordentlich, immer wieder dreht sich unser Gefährt, es spritzt und platscht – so muss das sein. Okay, die Sitzfläche hätte nicht gleich geflutet werden müssen. Aber so haben Gattin und Zwerge gleich etwas zum Lachen und ein Erinnerungsfoto der besonderen Art. Papa ist ausgelaufen. Jaja, ist ja gut...

Den Weg ins Tal des idyllisch im Wald gelegenen Freizeitparks, der Anfang der 70er Jahre entstand und seither kontinuierlich wuchs, legen wir nicht zu Fuß zurück, sondern steigen in einen jener Wagen, die im Stundentakt von einem Traktor bis zur Marienkäfer-Achterbahn und dem Blauen Drachen gezogen werden. Das nennt sich „Fun Express“. Willkommen im Kinderbereich!

Damit sind auch schon die nächsten Fahrgeschäfte genannt, die für Nervenkitzel sorgen. Nicht beim Familienvater: Für die Achterbahn ist er zu lang – und die rasante Berg- und Talbahn fährt für meinen Magen viel zu schnell im Kreis. Zuschauen macht ja auch Spaß.

Für alle kleinen Besucher ein Muss: die Marienkäfer-Achterbahn, die durch ein kleines Wäldchen saust.

Im „Wild River“, der schon 1979 eingeweihten Wasserbahn des Fort Fun, bin ich wieder an Bord. Die restliche Besatzung des Bootes hat entschieden, dass Papa ganz hinten sitzen darf. Wegen der Gewichtsverteilung. Na dann...

Der Kurztrip im Holzstamm-Imitat durch den Kanal ist der nächste echte Höhepunkt. Es geht ins Dunkel hinein, die erste Abfahrt hinunter – hinein nach „Atlantis“. Es ist das Vorspiel zum Showdown, zur finalen Schussfahrt. Die ist klasse, diesmal wird Mama nass und Papa bleibt trocken. Geht doch! Und der obligatorische Schnappschuss der fest installierten Park-Kamera (für 3,50 Euro) ist auch noch gut geworden.

Der Blick auf die Uhr ist das erste große Kompliment für Fort Fun: Drei Stunden sind in Windeseile vergangen, die Kühltasche im Service Point ruft uns immer lauter. Also verschaffen wir uns bergauf zu Fuß einen weiteren Überblick über all´ das, was wir noch nicht gesehen haben, aber unbedingt noch sehen wollen. Nach dem Mittagssnack.

Die finale Schussfahrt im "Wild River": Bitte lächeln fürs Foto, das man für 3,50 Euro mit nach Hause nehmen kann.

Frisch gestärkt machen wir uns am frühen Nachmittag auf in Richtung Stüppelberg. Mit dem Sessellift geht es nach oben – bei bester Sicht auf die längste Sommerrodelbahn in einem Freizeitpark überhaupt. Während unsere Jungs toben, trinken wir einen Kaffee und staunen über alle Mutigen, die das Fahrgeschäft „Turbo Force“ besteigen. Das wurde eigens für die Hauptsaison von Schausteller Schäfer aus Schwerte verpflichtet und ist fast von jeder Stelle im Park zu sehen.

Jetzt aber wollen wir das Comeback von Sheriff Fuzzy im Fort Fun erleben und sind früh genug am Santa Fe-Express, der zu kurz ist, um alle Personen aufzunehmen, die mitfahren und eine Wildwest-Episode aus nächster Nähe im Zug und auf der Bühne erleben wollen.


Für die Jungs ist dieser 30-Minuten-Trip der unbestrittene Höhepunkt des Tages. Mit großen Augen und Ohren saugen sie das Spektakel mit Feuer, Rauch und Gewehrschüssen auf – und sind wie die Eltern heilfroh, dass der Inhalt aus einem Wassereimer an ihnen vorbeifliegt. Nass werden die anderen, wir haben das Vergnügen und natürlich Zeit für ein Gespräch mit den Schauspielern und für ein Foto an der Dampflok.

Sheriff Fuzzy hat die Ganoven im Griff - und das Publikum auch, das aus dem Santa Fe-Express zuschauen kann.

Wir setzen uns danach zur Entspannung in die schienengeführten Traktoren bei „Old McDonalds“, die in einem kleinen Areal ihre Runden ziehen, ehe Marienkäfer-Achterbahn und beide Wasserbahnen ein zweites Mal getestet werden. Zum Schluss fahren Vater und großer Sohn noch eine Runde durch die videoanimierte Geisterbahn, die „Secret stage of horror“ heißt.

Wieder ist der Spaßfaktor hoch – es wird deutlich, dass vor allem der Wechsel zwischen eher ruhigen und dann wieder rasanten Fahrgeschäften wichtig ist für die Laune der Besucher.

Die verlassen jetzt allmählich den Park. Die Ferienlager-Kinder müssen zurück zum Treffpunkt, zurück zu den Bussen. Die „Blauen“ dürfen noch bleiben und singen den „Orangen“ hinterher: „Orange trägt nur die Müllabfuhr!“ Reaktion? Gelächter überall – die Stimmung ist gut. Wer mag es den Gästen verübeln?

Besonderheiten des Parks und Wissenswertes

Wer Kaffee und Tee in Unmengen liebt, liebt Fort Fun. Einfach direkt im Eingangsbereich den Alu-Becker mit Logo für 4,90 Euro kaufen und überall kostenlos auffüllen lassen, wo es heiße Getränke gibt. Das Souvenir für zuhause hat man so auch gleich in der Tasche.

Wer keine Kühltasche mitnehmen, aber die Kostenkontrolle behalten möchte, kann sich für 12,50 Euro pro Person das „All-inclusive-Gutscheinheft“ sichern. Enthalten sind das Mittagessen, ein Kalt- oder Heißgetränk, ein Slush-Eis sowie ein Anstecker und kleine Extras für die Jüngsten.

Wer fürchtet, dass witterungsbedingt nicht alle Attraktionen genutzt werden können, der setzt auf die Regenversicherung. Für nur zwei Euro zusätzlich gibt es beim Verlassen des Parks eine weitere Tageskarte, wenn es mehr als 4mm Niederschlag gegeben hat. Das entspricht etwa einer Stunden starkem Regen.

Noch etwas Verbesserungspotenzial

Mit einem etwas besseren Blick für Details könnten die etwa 200 Mitarbeiter dafür sorgen, dass der Park noch sauberer und ordentlicher sowie stellenweise auch sicherer für die Kinder wird. An einigen Stellen sammeln sich Zigarettenkippen, weil es zu wenige offensichtliche Aschenbecher gibt.

Abgeblätterte Schriftzüge (wie im Wartebereich „Wild River“) könnten zeitnah erneuert werden – ebenso morsche Holzbalken wie am Zugang zum „Rio Grande“. Das ist zwar hier und dort bereits geschehen. Wer sich aber mit Fuß oder Arm abstützt, hat plötzlich unabsichtlich ein großes Stück Holz gelöst.

Gefahrenstelle am Zugang zum "Rio Grande": Ein langer Nagel steht hervor, der Holzbalken ist morsch.

An einer Stelle schaute vormittags ein langer rostiger Nagel auf Kopfhöhe von Kindern aus einem Pfosten, weil der einst rund Balken halbiert war und unter dem Nagel lag. Nach einem Hinweis an Mitarbeiter war am Abend der besagte Balken immerhin von oben aufgelegt, so dass keine akute Gefahr bestand. Wer aber mit offenem Auge durch die Anlage geht, sieht schnell, wo mit geringem finanziellen Aufwand eine Verbesserung von Sicherheit, Optik und Funktionalität möglich ist.

Auf dem 731 Meter hohen Stüppelberg gab es zum Zeitpunkt unseres Besuches zwei große Mankos: Der Aufstieg zum großen Rutschturm war zwar zurecht gesperrt, weil das Holz großflächig Risse aufwies. Kinder konnten aber mühelos von unten die Rutsche hochklettern und dann rutschen, ohne zu sehen, ob weitere Jungen oder Mädchen von unten nachfolgen. Diese gefährliche Verlockung müsste man beseitigen.

Dass auf dem idyllischen Hochplateau viele Steine als Stolperfallen lauern, ist unschön. Fällt hier ein Kind auf dem Weg zurück zum Sessellift unglücklich, dann endet der Familientrip vorzeitig.

Die um 90 Minuten verlängerte Öffnungszeit des Parks wurde nicht offensiv genug kommuniziert. Wir haben keine Durchsage gehört und erst auf Nachfrage bei einem Mitarbeiter davon erfahren.

Fazit: Fort Fun ist mit Kindern eine Reise wert

Das Fort Fun Abenteuerland ist für jeden NRW-ler, der Spaß an Tagesausflügen und Freizeitparks hat, eine Reise wert. Markenzeichen ist der Wild-West-Stil. Vor allem die Jüngsten kommen voll auf ihre Kosten.

Die Verkehrsanbindung ist gut, die Parkkosten (3 Euro) und Eintrittspreise passen insgesamt gut ins Preis-Leistungs-Verhältnis. Für eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern ab 4 Jahren (bis 1,50 Meter Körpergröße) kostet der Eintritt in der Hochsaison etwa 97 Euro, dazu kommen die persönlichen Ausgaben und die Kosten für die An- und Abreise.

Das Fort Fun - hier aus dem Riesenrad heraus fotografiert - ist idyllisch im Sauerland gelegen (hier klicken zum Vergrößern).

Rund 40 Attraktionen gilt es zu entdecken – und zwar auf einer Gesamtfläche von 75 Hektar. Es gibt ein großes gastronomisches Angebot, bei dem die Preise branchenüblich sind.

Das Fort Fun besticht vor allem mit seinem familiären Flair. Die Besucher verteilen sich gut auf die verschiedenen Ebenen, die Wartezeiten an den meisten Fahrgeschäften sind in Ordnung. Wer allerdings häufiger die Rodelbahn nutzen will, sollte dafür Zeit einplanen.

Die Macher des 1972 eröffneten Parks wissen, dass sie vor allem dann kostenbewusst wirtschaften können, wenn sie nur im Juli und August täglich öffnen. In der Nebensaison gibt es den Dienstag vor allem als Tag für Schulklassen und weitere Gruppen, ansonsten die Wochenenden und die Brücken(frei)tage.

Wer im Fort Fun nicht auf seine Kosten kommt, ist selbst schuld. Der Betreiber, die One World Nordrhein-Westfalen GmbH, hat versprochen, Jahr für Jahr weiter in den Freizeitpark zu investieren. Wiederkommen lohnt sich also – wir werden es tun!

Alle Infos zu Öffnungszeiten, Attraktionen und Eintrittspreisen gibt es hier.

Quelle: wa.de

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