Anleitung für Kommunen gegen Katzen-"Wildwuchs" in NRW

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Düsseldorf - Das NRW-Umweltministerium hat den Ordnungsbehörden in den Kommunen Empfehlungen gegeben, wie mit freilaufenden Katzen umgegangen werden soll.

Vorschläge für eine „Musterverordnung“ und Verwaltungsvorschriften sollen dazu führen, dass sich die Tiere nicht mehr unkontrolliert vermehren können. Jüngst hatte das Verwaltungsgericht Münster entschieden, dass Fundbüros oder Tierheime der Städte und Gemeinden gefangene Hauskatzen in Obhut nehmen müssen.

Die Anleitungen von Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) geben den für das Katzenwohl verantwortlichen Kommunen vor, Satzungen über „Schutzgebiete“ zu erlassen. Die Regelungen auf Ortsebene können Halter zur Kennzeichnung (etwa durch Chips) und Registrierung ihrer Katzen verpflichten. Damit werde der unkontrollierte freie Auslauf fortpflanzungsfähiger Tiere beschränkt oder verboten, „soweit dies zur Verhütung erheblicher Schmerzen, Leiden oder Schäden bei den in dem betroffenen Gebiet lebenden Katzen erforderlich ist“.

Aufgefundene Katzen sollen untersucht, kastriert und im Fundgebiet wieder ausgesetzt werden. Da es keinen unkontrollierten Nachwuchs mehr gebe, sei mittelfristig mit einer sinkenden Zahl von Tieren zu rechnen. Die Kosten sollen „Haltungspersonen“ übernehmen, zu denen auch Personen gehören, die nicht innerhalb von zwei Wochen den Fund bei den örtlichen Behörden gemeldet oder abgegeben haben.

Der Justiziar des Landjagdverbandes, der in Hamm tätige Rechtsanwalt Hans-Jürgen Thies, wertet die Empfehlungen Remmels als „absolut richtigen Schritt in die richtige Richtung“, aber sieht weiteren Diskussionsbedarf in der Regelung, Katzen an der Fundstelle einfach wieder freilassen zu dürfen. Für einen April-Scherz hält der Umweltexperte der CDU-Landtagsfraktion, Rainer Deppe, die „Katzen-Volkszählung“.

Den Kommunen sei bei der aktuellen Überlastung nicht zuzumuten, dass sie sich um Katzen-Fürsorge kümmern müssen. Sein FDP-Pendant Karlheinz Busen meint: „Beim Schutz des Waldes ist der Minister unerbittlich. ,Wald vor Wild‘ ist die Losung der Grünen, die zu einer massiven Bejagung von Reh- und Rotwild führt.

Beim Thema Artenschutz hingegen hat der Minister bei den wildernden Katzen öffentlich lange so getan, als sei das Katzenproblem eine Erfindung schießwütiger Jäger. Dies entpuppt sich jetzt als billiger Populismus. Die völlig verunglückte, bürokratische und für die Kommunen kaum stemmbare Verordnung wird das Problem jedoch nicht lösen. Minister Remmel muss diese Farce sofort beenden.“

Quelle: wa.de

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