Polizei sucht Zeugen - Täterbeschreibung im Text

Geldautomat in Bönener Fußgängerzone gesprengt

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Der Eingangsbereich des Edeka-Marktes sieht nach der Sprengung verheerend aus.

[Update 11.30] Bönen - Zum dritten Mal innerhalb von 15 Monaten wurde am frühen Freitagmorgen in Bönen ein Geldautomat gesprengt. Diesmal traf es das Gerät im Eingangsbereich des Edeka-Marktes Milkner direkt in der Fußgängerzone.

Gegen 3.29 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert, gemeldet war eine ausgelöste Brandmeldeanlage in dem Supermarkt an der Bahnhofstraße. Vor Ort stellte sich jedoch schnell heraus, dass die Ursache dafür die Sprengung des Sparkassen-Automaten war.

Die noch unbekannten Täter waren dazu in den Vorraum des Lebensmittelmarktes eingedrungen. Sie leiteten Gas in den dort installierten Automaten der Sparkasse Bergkamen-Bönen ein und sprengten anschließend das Gerät. Der Geldausgabeschacht sprang auf, die Täter sammelten einen Teil des Geldes ein und flohen damit. Die genaue Summe der Beute gibt das Kreditinstitut nicht bekannt.

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Anwohner wurden durch den lauten Knall der Explosion wach und verständigten die Polizei. Zeugen beobachteten außerdem, wie zwei Männer mit einem Motorroller über den Parkplatz des Supermarktes in südliche Richtung davonrasten. Die Sprengmittel ließen sie am Tatort zurück. Als die Polizeibeamten dort eintrafen, brannten die Zuführungsschläuche der Gasflaschen und der Teppichboden im Eingangsbereich. Beides wurde von den Einsatzkräften der Bönener Feuerwehr zügig gelöscht. Zudem prüften die Retter den Gasgehalt im Inneren des Geschäftes. Sie konnten aber Entwarnung geben.

Die Gasflaschen blieben am Tatort zurück.

Die Explosion zerstörte aber nicht nur den Geldautomaten. Teile der Deckenkonstruktion im Eingangsbereich des Geschäftes fielen herab, Schaufensterscheiben und die Scheibe zur anliegenden Bäckerei zersplitterten. Nach erster Schätzung entstand ein Sachschaden von etwa 50.000 Euro. Die Täter werden von den Zeugen folgendermaßen beschrieben: Einer der beiden ist schlank und groß mit auffällig langen Beinen. Bekleidet war er mit einer dunkelblauen Jeanshose, über den Kopf hatte er sich eine schwarze Sturmhaube gezogen. Der zweite Mann hat eine kräftige Statur, war ebenfalls dunkel gekleidet und mit einer Sturmhaube maskiert.

Möglicherweise haben sich aber noch weitere Täter mit einem Pkw in der Nähe des Marktes aufgehalten. Die beiden großen, zurückgelassenen Gasflaschen legen dies zumindest nahe. Sie waren auf einer Sackkarre befestigt und vom Format her kaum auf einem Zweirad zu transportieren. Die Polizei ließ einen Hubschrauber kommen, der bei der Fahndung nach den beiden Geflüchteten half. Die verlief bisher jedoch vergeblich. Spezialisten aus Dortmund gingen dann am frühen Morgen auf Spurensuche.

Der Betrieb im Edeka-Markt lief am Freitag hingegen ganz normal. Inhaber Matthias Milkner war noch in den frühen Morgenstunden vor Ort und konnte sein Geschäft zur üblichen Zeit um 7 Uhr morgens öffnen. Lediglich der Eingang von der Fußgängerzone blieb gesperrt. Etwas eingeschränkt war die Bäckerei Büsch, deren Verkauf direkt an den beschädigten Vorraum grenzt.

Die aktuelle Sprengung ist laut Landeskriminalamt bereits der 69 Fall dieser Art im laufenden Jahr. 2015 waren es 62 Automaten, die auf brachiale Weise von Kriminellen geöffnet wurden. Wer am Freitag etwas Verdächtiges bemerkt hat, soll sich unter der Rufnummer 02307/9213220 oder -9210 an die Polizei wenden.

Beschreibungen der Täter

Nach Zeugenaussagen flüchteten zwei Männer mit einem Motorroller über den Parkplatz in südliche Richtung. Sie werden wie folgt beschrieben:

1. Person: schlank, groß mit auffällig langen Beinen, bekleidet mit dunkelblauer Jeanshose und schwarzer Sturmhaube.

2. Person: kräftige Statur, dunkel gekleidet, trug ebenfalls eine schwarze Sturmhaube.

Möglicherweise haben sich weitere Täter mit einem PKW in Tatortnähe aufgehalten.

Wer hat noch Verdächtiges bemerkt? Hinweise erbittet die Polizei in Kamen unter den Rufnummern 02307/9213220 oder 9210.

Quelle: wa.de

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