Geldautomaten gesprengt - Haftbefehle gegen drei Verdächtige

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Gesprengter Geldautomat in Mönchengladbach.

NRW - Die Täter kommen nachts und sprengen Geldautomaten mit Gas. Manche erbeuten viel Geld. Andere gehen leer aus, machen trotzdem weiter und hinterlassen ein Trümmerfeld. Die Schäden gehen jedenfalls in die Millionen. Aber die Polizei rechnet mit Festnahmen.

Bei der Fahndung nach den Geldautomaten-Sprengern bekommen die Ermittler Boden unter die Füße: An Heiligabend erging in Kleve ein Haftbefehl gegen drei Männer, die als Bande 13 Sprengungen am Niederrhein begangen und einen Millionenschaden angerichtet haben sollen. Beute machten die Männer im Alter von 26, 27 und 33 Jahren aber in keinem Fall. Sie waren in Dorsten kurz vor einer weiteren Tat festgenommen worden. "Die Täter sind, so scheint es, aussagebereit", hatte der Sprecher der Staatsanwaltschaft nach der Festnahme gesagt.

Unterdessen ging die Serie von Geldautomaten-Sprengungen weiter: In der Nacht zu Heiligabend jagten Unbekannte im westfälischen Herford den Automaten einer Sparkasse in die Luft. Beute wurde auch dort nicht gemacht, wie die Polizei in Herford am Sonntag erklärte.

In den vergangenen Monaten explodierten allein in NRW mehr als 60 Geldautomaten. Bis Mitte Dezember entstanden Schäden in Höhe von schätzungsweise rund vier Millionen Euro. Sie sollen damit deutlich größer sein als die Beute, die aber inzwischen auch Millionenhöhe erreicht hat. Nach Informationen der "Welt" flogen in diesem Jahr bundesweit bereits mehr als 134 Geldautomaten in die Luft, vor allem in NRW, Berlin und Niedersachsen. Im Vorjahr waren es laut Bundeskriminalamt (BKA) 116 Fälle.

Nach dem jüngsten Fahndungserfolg scheint die Polizei in NRW weiteren Tätern dicht auf den Fersen zu sein: "Wir haben an Tatmitteln DNA sichern und zuordnen können und sind guter Dinge, dass es weitere Festnahmen gibt", sagte der Direktor des Landeskriminalamts (LKA), Uwe Jacob, der Deutschen Presse-Agentur bereits vor den Festnahmen. "Derzeit laufen verschiedene Rechtshilfeersuchen mit den Niederlanden. Ich denke, da werden bald weitere Erfolge offensichtlich werden."

Hinter den Geldautomaten-Explosionen steckten sehr unterschiedliche Täter, sagte Jacob. Es gebe hoch professionelle Tätergruppen aus den Niederlanden. Aber es gebe auch den "Dilettanten, der es nicht schafft, eine einzige Tat zu vollenden." Die in Dorsten Festgenommenen machten nach Erkenntnis der Ermittler kein Mal Beute: Mal gelang es ihnen nicht, mit eingeleitetem Gas den Safe aufzusprengen, oder es entstand ein Brand.

Bisher hat die Polizei in NRW zwei weitere Gruppen dingfest gemacht: Eine Bande soll für Automaten-Sprengungen in Baumärkten verantwortlich sein. Zudem sollen zwei Verdächtige aus Troisdorf für eine weitere Tatserie verantwortlich sein.

Jacob appellierte indirekt an Banken und Sparkassen: "Das Mittel der Wahl gegen diese Taten ist Prävention. Man kann die Automaten auf verschiedene Weise besser sichern." Es gebe eine ganze Reihe von wirkungsvollen Schutzmaßnahmen. "Das muss nicht Farbe sein. Das können auch Matten sein, die das Luftvolumen im Automaten verringern, so dass nicht genügend Gas eingeleitet werden kann." - dpa

Quelle: wa.de

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