Kraftwerks-Unfall von Grevenbroich vor Gericht

RWE will 1,4 Milliarden Euro Schadenersatz

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Mönchengladbach - Neun Jahre nach einem schweren Unfall beim Bau eines riesigen Braunkohle-Kraftwerks am Niederrhein wird der Vorfall vor Gericht aufgerollt. RWE verlangt von Baufirmen 1,4 Milliarden Euro Schadenersatz.

Vor neun Jahren hat es beim Bau des Braunkohlekraftwerks Neurath bei Grevenbroich einen schweren Unfall gegeben. Drei Arbeiter kamen dabei ums Leben, weitere sechs wurden verletzt. Das Kraftwerk konnte erst mit mehrjähriger Verzögerung fertiggestellt werden. 

Am Freitagmorgen beginnt vor dem Landgericht Mönchengladbach ein Schadenersatzprozess des Betreibers RWE gegen damals am Bau beteiligten Firmen. RWE fordert 1,4 Milliarden Euro Schadenersatz. Durch die Verzögerungen sei RWE Gewinn in Höhe von rund 900 Millionen Euro entgangen, argumentiert der Energiekonzern. Auch die Baukosten hätten sich durch die Verzögerungen erhöht. 

Baukonsortium verklagt RWE im Gegenzug auf 290 Millionen Euro

Im verklagten Bau-Konsortium sind die Firmen Hitachi und Alstom vertreten. Das Konsortium hat im Gegenzug RWE verklagt und verlangt die Zahlung von 290 Millionen Euro. Dabei handele es sich um ausstehende Ansprüche aus den Bauarbeiten.

Das Gericht hat für die Verfahren zunächst Gütetermine angesetzt. Beim Bau des Braunkohlekraftwerks hatte sich am 25. Oktober 2007 eine 450 Tonnen schwere Stahl-Konstruktion in 100 Metern Höhe gelöst und war in die Tiefe gestürzt. Die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach hatte die Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung eingestellt. - dpa

Quelle: wa.de

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