Rösner verlässt erstmals das Gefängnis

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Hans-Jürgen Rösner durfte für vier Stunden das Gefängnis verlassen.

Aachen - Der Gladbecker Geiselgangster Hans-Jürgen Rösner (58) hat zum ersten Mal nach 27 Jahren Haft das Gefängnis verlassen.

Nach Angaben seines Anwalts Rainer Dietz wurde Rösner von drei Beamten vier Stunden lang in Eschweiler bei Aachen ausgeführt und war dabei mit einer speziellen Hand- und Fußfessel gesichert. Die Ausführung sei eine Maßnahme zur "Aufrechterhaltung der Lebenstüchtigkeit", sagte ein Sprecher des NRW-Justizministeriums: "Er kann mal sehen, wie sich die Welt nach 27 Jahren verändert hat." Der "Kölner Stadtanzeiger" hatte zuvor berichtet.

Rösner und sein Komplize Dieter Degowskiwaren im August 1988 nach einem missglückten Bankraub in Gladbeck im Ruhrgebiet mit Geiseln geflüchtet. Beim drei Tage dauernden "Gladbecker Geiseldrama" kamen drei Menschen ums Leben. Rösner war 1991 zu lebenslanger Haft mit Sicherungsverwahrung verurteilt worden.

Rösner lehnte Ausgang ab

Laut Dietz kann er erstmals nächstes Jahr im Sommer Haftentlassung auf Bewährung beantragen. Rösner habe es in der Vergangenheit abgelehnt, ausgeführt zu werden, sagte Ministeriumssprecher Detlef Feige. Er habe die spezielle Fußfessel nicht tragen wollen, eine Kombination aus Hand- und Fußfessel unter der Kleidung. Rösner habe bis zu der Ausführung vor ein paar Tagen in Eschweiler das Gefängnis mal für einen Besuch beim Facharzt verlassen. Rösner müsse seine Strafe bis mindestens Juni 2016 verbüßen, sagte Feige. Bedingung für eine Haftentlassung seien "umfassende" Lockerungsmaßnahmen - beispielsweise ohne Fessel und mit nur einem Betreuer ausgehen. "Das ist zur Zeit nicht der Fall, weil er aus unserer aktuellen Sicht nicht lockerungsgeeignet scheint", sagte Feige.

Nach Einschätzung des Ministeriums sei nicht davon auszugehen, dass Rösner 2016 aus der Haft entlassen werde. Nach früheren Angaben kann sein Komplize Dieter Degowski in der JVA Werl frühestens im August 2016 entlassen werden. Er wurde schon mit Lockerungsmaßnahmen auf seine Entlassung vorbereitet. - dpa

Quelle: wa.de

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