Haltern am See weiht Gedenkstätte ein - "Opfer werden nie vergessen"

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In Haltern am See ist am Freitag in Anwesenheit von rund 250 Trauergaesten die Gedenkstaette fuer die Opfer des Germanwings-Flugzeugabsturzes eingesegnet worden

Haltern am See - 18 Bäume stehen auf einer Rasenfläche des Friedhofs in Haltern. Sie sollen an die 16 Schüler und zwei Lehrerinnen erinnern, die bei der Germanwings-Katastrophe ums Leben gekommen sind. "Wir werden sie nie vergessen", verspricht der Bürgermeister bei der Einweihung.

Die Stadt Haltern am See hat am Freitag eine Gedenkstätte zur Erinnerung an die Opfer des Germanwings-Absturzes vom vergangenen März eingeweiht.

In einer Feierstunde auf dem städtischen Friedhof nahmen die Opferfamilien, mehrere Hundert Bürger und Ratsvertreter an der Feier teil. Die Mutter eines bei dem Unglück getöteten Mädchens sprach ein Gebet.

Die Pfarrer der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden segneten die Fläche ein, die an ein Klassenzimmer erinnern soll. Halterns Bürgermeister Bodo Klimpel erinnerte bei der Feierstunde an einen Eintrag ins Kondolenzbuch der Stadt durch einen trauernden Bürger: "Denn erst wenn wir Ihre Kinder vergessen haben, sind sie wirklich tot."

Klimpel versprach den Familien erneut, die Opfer in Erinnerung zu halten. "Wir werden sie nie vergessen. Dieser Ort soll dazu beitragen", sagte Klimpel über den stillen und für jedermann begehbaren Rückzugsort.

Die Rasenfläche ist von Hecken umsäumt. 16 in Reihen gepflanzte Zierapfelbäume stellen den Klassenverband dar. Vorne stehen zwei Bäume - wie Lehrerinnen an der Tafel. Der große Gedenkstein erinnert an ein Pult. Die Gravur in hellgrauem Granit zeigt ein schlichtes Kreuz über den Namen der Toten, darunter eine schwarze Trauerschleife mit der Flugnummer 4U9525. Das Symbol ging nach dem Absturz um die Welt.

Fünf Familien der Absturzopfer hatten sich entschieden, ihre Kinder direkt neben der Gedenkstätte zu beerdigen. Das Joseph-König-Gymnasium hatte in der vergangenen Woche eine große stählerne Tafel vor der Schule als Gedenkort eingeweiht.

Am 24. März 2015 war Flug 4U9525 in den französischen Alpen zerschellt. Der Co-Pilot hatte die Maschine nach Ansicht der Ermittler absichtlich auf Crashkurs gesteuert. Zu den 150 Toten gehörte auch die Schüler und Lehrerinnen, die zu einem Austausch in Spanien waren. - lnw

Quelle: wa.de

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