Gericht: Wer Rasern die Vorfahrt nimmt, muss mithaften

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Hamm- Auch wer viel zu schnell fahrenden Verkehrsteilnehmern die Vorfahrt nimmt, muss bei einem Unfall für den Schaden mithaften. Das hat das Oberlandesgericht Hamm am Freitag mitgeteilt.

Geklagt hatte die Krankenkasse eines Motorradfahrers, der in einer Tempo-50-Zone in Werl im September 2011 mindestens mit 121 Stundenkilometern unterwegs gewesen war. 

Dies hatte ein auf die Vorfahrtsstraße einbiegender Autofahrer aus Arnsberg (58) falsch eingeschätzt und war mit dem Motorrad kollidiert. Er habe das heranrasende Fahrzeug erst beim Abbiegen bemerkt, gab er an. 

Der Motorradfahrer wurde schwer verletzt. 

Das Landgericht hatte in erster Instanz die volle Schuld beim ihm gesehen. In der jetzt mitgeteilten Entscheidung vom 23. Februar sahen die Richter des Oberlandesgerichts Hamm jedoch auch die Autofahrerin in der Haftungspflicht. 

Aufgrund der massiven Tempoüberschreitung muss der Motorradfahrer mit 70 Prozent zwar den Hauptteil des Schadens übernehmen, für den Rest muss allerdings der Autofahrer aufkommen. Bei aussreichender Ausschau hätte er die hohe Geschwindigkeit des Motorradfahrers erkennen und in Folge stehen bleiben oder wenigstens schneller anfahren müssen, als er es getan hatte, so die Richter. 

In beiden Fällen sei ein Unfall vermeidbar gewesen. 

Nach Angaben des Gerichts kommen Streitfälle in ähnlichen Unfallkonstellationen mit einem Raser und Vorfahrtsverletzungen häufig vor. vor. - dpa

Quelle: wa.de

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