Junge stürzte von Staumauer - Lebenslang für Angeklagten

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Der 18-Jährige stürzte von der Staumauer der Brucher Talsperre 20 Meter in die Tiefe.

[Update 14.00] Köln/Marienheide - Ein 47-jähriger Mann ist in Köln zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er einen Jungen von einer Staumauer in den Abgrund fallen ließ. Das Landgericht Köln verurteilte ihn am Donnerstag wegen versuchten Mordes, Vergewaltigung und schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern.

Das Gericht stellte eine besondere Schwere der Schuld fest und ordnete Sicherungsverwahrung an. Der Angeklagte missbrauchte demnach mehrere Jungen über acht Jahre hinweg und vergewaltigte sie.

Ein 47-jähriger Mann ist angeklagt, einen 18-Jährigen auf die Staumauer einer Talsperre gezwungen und in den Abgrund fallen gelassen zu haben.

Als ein 18-Jähriger schließlich Anzeige erstattete, zwang ihn der Angeklagte auf die Staumauer der Brucher Talsperre in Marienheide (Oberbergischer Kreis). Dort ließ er ihn nach Überzeugung der Richter in den Abgrund stürzen - es sollte wie Selbstmord aussehen. Der 18-Jährige fiel 20 Meter in die Tiefe, überlebte aber trotz schwerer Kopfverletzungen. Der Angeklagte selbst hatte das Geschehen als Unfall dargestellt.

Die Vorsitzende Richterin Sabine Kretzschmar bezeichnete seine Vorgehensweise als "perfide", "sadistisch" und "raffiniert", er selbst sei hochgradig gefährlich. Viele Jahre lang hielt er ein "System" instand, bei dem er sich zunächst mit Geschenken und Zuwendung das Vertrauen unsicherer Jungen aus zerrütteten Verhältnissen erschlich und ihnen dann solche Angst machte, dass sie es nicht wagten, auszubrechen. Sein Motiv war der sexuelle Missbrauch.

Erst der 18-Jährige - ausgerechnet sein Liebling - fand schließlich die Kraft, sich von ihm zu lösen. Dass er den Sturz überlebt habe, sei reines Glück gewesen, sagte die Richterin. Eine Gutachterin hatte dem Angeklagten "massive narzisstische Tendenzen" bescheinigt, jedoch volle Schuldfähigkeit. - dpa

Quelle: wa.de

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