Einzigartiges im Zauberwald

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Der Cirque du Soleil tourt mit "Varekai" durch Deutschland.

Dortmund - „Das Unmögliche wird möglich“ – zumindest steht es so in der Ankündigung zum Programm „Varekai“, mit dem der weltberühmte Cirque du Soleil derzeit durch Deutschland tourt. Diese Woche hat die Show in der Dortmunder Westfalenhalle NRW-Premiere gefeiert. 

Und tatsächlich kamen die Zuschauer aus dem Staunen nicht mehr raus ob der Vielzahl an artistischen Meisterleistungen, die ihnen geboten wurden. Die Geschichte von „Varekai“ ist schnell umrissen und beginnt auf dem Gipfel eines Vulkans, tief in einem verwunschenen Zauberwald: Vom Himmel herab schwebt Ikarus, ein einsamer junger Mann, der in der Folge viel Absurdes und Außergewöhnliches in einer kaleidoskopartigen Welt voller wundersamer Gestalten erlebt. Am Rande der Zeit und an diesem kuriosen Ort führen alle Wege zu Varekai, der Zauberformel für das Einzigartige.

Charaktere stellen sich abstrakt dar

So abstrakt, wie die Handlung anmutet, stellen sich auch die Charaktere dar: Da ist zunächst der unschuldige und verletzliche Ikarus (Fernando Miro), dessen Wunsch, zu leben, ihm ungeahnte Kräfte verleiht. Dann gibt es die „Versprochene“ – eine von Anna Ostapenko verkörperte exotische Kreatur, die Ikarus mit sinnlicher Schönheit betört. Rodrigue Porteau spielt den „Weisen“. Die Mission dieses alten Mannes ist es, andere zu inspirieren. Und schließlich ist da noch der Himmelsbeobachter (Andrey Kislitsin), ein verrückter Wissenschaftler und genialer Erfinder, der vor Irrungen und Wirrungen warnt. Sie alle führen durch die Handlung, die natürlich vor allem der Aufhänger ist für die spektakulären und stets von Sängern und Musikanten begleiteten Artistik-Einlagen.

Beeindruckende Jonglage

Die Kostüme sind beeindruckend fantasievoll.

Besonders beeindruckend ist etwa die Jonglage der Japanerin Arisa Tanaka, die mit traumwandlerischer Sicherheit (und auch Gelenkigkeit) ihre Stöcke in ungeahnten Drehungen durch die Luft wirbelt. „Unglaublich“, „Hammer“ oder auch „Wahnsinn“ raunt es da immer wieder aus dem leider nur zur Hälfte gefüllten Zuschauerraum.Aber auch während der Gruppennummern stehen die Münder der etwa 1500 Besucher fast dauerhaft offen. Besonders stockt ihnen der Atem bei den „Russischen Schaukeln“: Von diesen katapultieren sich die Akrobaten in die Lüfte, wo sie von ihren Partnern aufgefangen werden oder in riesigen Zelttüchern landen – wenn sie nicht gar den halsbrecherischen Sprung von der einen zur anderen Schaukel wagen. Mit dieser spektakulären Nummer schließt die Vorstellung dann auch nach knapp zwei Stunden unter frenetischem Applaus und stehenden Ovationen des Publikums.

Stimmiges Gesamtbild

Am Ende bleibt zu sagen, dass die vom Kanadier Dominic Champagne bereits 2002 inszenierte Show wirklich allerhand zu bieten und sicher einen größeren Zulauf verdient hat, als es am NRW-Premierenabend der Fall war. Von den beeindruckend fantasievollen Kostümen über die charmanten Comedy-Segmente des australisch-amerikanischen Duos Steven Bishop und Emily Carragher bis hin zu den körperlich hoch anspruchsvollen Darbietungen und den erzählerischen Elementen – alles fügte sich in der dezent, aber wirkungsvoll gestalteten Kulisse des Zauberwalds zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen.

Quelle: wa.de

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