Bundesverfassungsgericht urteilt gegen Ingrid Lohmann

Kein Anspruch auf Vaterschaftstest: Klägerin aus Coesfeld scheitert

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Die 66-jährige Ingrid Lohmann geht mit ihrem Jack Russell Terrier "Morris" in Coesfeld spazieren. Das Bundesverfassungsgericht urteilte am Dienstag, dass sie einen Mann, den sie für ihren Vater hält, nicht zum DNA-Test zwingen kann. 

Karlsruhe/Coesfeld - Die 66-jährige Ingrid Lohmann aus Coesfeld, die ihren vermeintlichen Vater zum Gentest zwingen wollte, ist mit ihrer Verfassungsklage gescheitert. Das Recht, die eigene Abstammung zu kennen, sei nicht absolut, urteilten die Karlsruher Richter am Dienstag. 

Es müsse insbesondere mit den widerstreitenden Grundrechten der von einer Klärung Betroffenen in Ausgleich gebracht werden (Az. 1 BvR 3309/13).

Für die 66-Jährige war die Klage beim Bundesverfassungsgericht wohl die letzte Chance, doch noch Gewissheit über ihre Herkunft zu bekommen. Ihre Hoffnung ruhte auf der sogenannten rechtsfolgenlosen Abstammungsklärung, die es erst seit 2008 gibt.

Leitsatz zum Urteil des Ersten Senats vom 19. April 2016

Einen Anspruch darauf hat ein Kind aber nur gegenüber dem Mann, der rechtlich als Vater gilt. Der inzwischen fast 90-Jährige, der einen Test ablehnt, steht außerhalb der Familie. 

Nach Auffassung der Richter ist die enge Begrenzung des Anspruchs mit dem Grundgesetz vereinbar. Denn eigentlich haben Betroffene auch noch die Möglichkeit, über eine Vaterschaftsklage die Wahrheit ans Licht zu bringen. 

Anders als bei der Abstammungsklärung hat das Ergebnis hier zwangsläufig rechtliche Folgen, zum Beispiel für das Sorgerecht. Der Klägerin steht dieser Weg nicht mehr offen, weil ein Gericht eine solche Klage vor Jahrzehnten rechtskräftig abgewiesen hatte. - dpa

Quelle: wa.de

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