Kirche verteilt Fünf-Euro-Scheine und hofft auf kreativen Wucher

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Je fünf Euro erhalten Gottesdienstbesucher am Wochenende im sauerländischen Menden. Dieses "Talent" sollen die Kirchgänger als Startkapital nutzen und damit wuchern, damit das Geld bis zum Erntedankfest Anfang Oktober möglichst viele Früchte trägt.

Menden - Eine Kirchengemeinde im sauerländischen Menden will Geld an die Gottesdienst-Besucher verteilen. Nicht, um in die Kirche zu locken, sondern als Startkapital für caritative Aktionen. 

"Mach was draus", fordert die katholische Kirchengemeinde St. Walburgis im sauerländischen Menden. Und drückt dazu Gottesdienst-Besuchern am Wochenende (3./4. September) jeweils einen Fünf-Euro-Schein in die Hand. 

Dieses "Talent" sollen die Kirchgänger als Startkapital nutzen und damit wuchern, damit das Geld bis zum Erntedankfest Anfang Oktober möglichst viele Früchte trägt. Dann will die Kirchengemeinde den Ertrag der Start-Fünfer für die Caritas-Arbeit der Gemeinde wieder einsammeln. 

"Niemand wird zur Annahme des Talentes gezwungen", teilt der Pastoralverbund Menden am Freitag mit. Aber wer das Geld annehme, solle sich auch an der Aktion beteiligen. 

Eine Nachbargemeinde aus Menden habe im vergangenen Jahr mit einer ähnlichen Aktion Geld für die Kirchturm-Sanierung eingesammelt, berichtet Pfarrer Jürgen Senkbeil, der Leiter des Pastoralverbundes Menden. "Da wurden dann beispielsweise mit dem Startkapital Waffeln gebacken und der Gewinn gespendet", sagt er.

 "Ich bin begeistert", kommentiert ein Sprecher des Erzbistums Paderborn die Aktion. Er hoffe genau wie die Initiatoren "auf möglichst kreativen Wucher mit diesen Talenten". 

Und Ideen liefert die Kirchengemeinde ja schon mit: beispielsweise eine Kiste Bier kaufen und die Flaschen dann nur gegen eine Spende an die zum Fußball-Abend eingeladenen Freunde rausrücken. 

Der Sprecher des Erzbistums geht nicht davon aus, dass der geschenkte Fünfer zum Missbrauch in die Kirche animiere. "Ich glaube nicht, dass Menschen kommen, das Geld einstecken und sich denken: "wie doof sind die denn"." Keine schlechte Idee, kommentiert auch Manfred Dümmer der Initiative "Wir sind Kirche" im Erzbistum Paderborn. Er hoffe "dass die Scheine wieder reinkommen mit möglichst viel Zinsen". Die Aktion werde er jedenfalls aufgreifen und zur Nachahmung empfehlen. 

In der Kirchengemeinde hieß es, man könne natürlich nicht ausschließen, dass einige Geldscheine nicht zurückkämen. Das werde aber sicher durch die anderen Teilnehmer ausgeglichen. Und - so wird ausdrücklich betont - Geld der Caritas werde für die Aktion nicht genutzt. Das Startkapital stamme aus einer ausdrücklich an diese Aktion gebundene Spende.

dpa/lnw

Quelle: wa.de

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