Weniger Flüchtlinge

Land baut Erstaufnahmeplätze ab

+

Düsseldorf/Arnsberg - Das Land Nordrhein-Westfalen will die Plätze in seinen Flüchtlingsunterkünften nahezu halbieren. Denn mehr als jedes zweite Bett ist in diesen Erstaufnahmeeinrichtungen derzeit nicht belegt. 

Seit der Schließung der Balkanroute ist die Zahl der neu ankommenden Asylsuchenden in Deutschland drastisch gesunken. Um flexibel auf neue Entwicklungen reagieren zu können, sind aber auch Tausende Reserveplätze in den neuen Planungen des Landes vorgesehen. 

In den Einrichtungen des Landes soll die Zahl der derzeit 62.000 Plätze auf 35.000 aktiv genutzte Plätze reduziert werden, teilte die Bezirksregierung Arnsberg am Freitag mit. Außerdem sollen 10.000 Reserveplätze weitgehend bezugsfertig vorgehalten werden.

 "Sie müssen nur noch das Licht anmachen, die Heizung aufdrehen und einmal kräftig durchlüften", verdeutlichte ein Sprecher des Innenministeriums. Dann müsste nur noch ein Betreuungsverband mit seinem Personal kommen. Der Plan sieht auch vor, dass voll erschlossene Flächen mit Kanälen und Asphalt für schnell zu errichtende Unterkünfte mit 5000 Plätzen vorgehalten werden. 

"Das ist ein sehr flexibles und wirtschaftliches System", erläutere der Ministeriumssprecher. "Wir können schnell reagieren." Inklusive dieser Reserveplätze und -flächen ergibt sich eine Gesamtkapazität des Landes von künftig bis zu 50.000 Plätzen. Mehr als jeder zweite Platz in den Flüchtlingsunterkünften des Landes NRW ist derzeit nicht belegt, exakt sind 35.229 Plätze frei. "Die Kapazitäten werden an die Realität angepasst", sagte ein Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg. 

Sie ist für die Verteilung der Flüchtlinge in den Einrichtungen des Landes und an die Kommunen in NRW zuständig. Angesichts der stark gesunkenen Zahlen an neu ankommenden Flüchtlingen sollen alle noch bestehenden Notunterkünfte des Landes aufgelöst und Ausbauten gestoppt werden. 

"Es wird eine gleichmäßige Verteilung der Kapazitäten auf die einzelnen Regierungsbezirke unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit angestrebt", hieß es. Laut Innenministerium ist bereits ein deutlicher Abbau der Kapazitäten vollzogen worden: In der Spitze hatte das Land in seinen Einrichtungen 85.000 Plätze. Das Land NRW hatte für die Aufnahme der Flüchtlingen beim Höchststand 265 Einrichtungen, aktuell sind es 130. 

Das Land ist für die Erstaufnahme und die weitere Verteilung der Flüchtlinge zuständig. Die Asylsuchenden warten dann in der Regel in einer Kommune des Landes den Ausgang ihres Asylverfahrens ab. Im Juli 2016 kamen 5500 neue Flüchtlinge in NRW an, von denen 3500 letztlich NRW zugewiesen wurden. Im November 2015 waren es 57.500 Menschen, von denen dann 43.500 dauerhaft im Bundesland blieben. - dpa

Quelle: wa.de

Kommentare