Proteste und Politik

Parteitag der AfD in vollem Gange: Sechs Journalisten rausgeflogen

+
Die Polizei hielt Gegendemonstranten und AfD-Anhänger am Samstagmittag auseinander.

[Update 17.00 Uhr] Werl - Der Landesparteitag der AfD in Werl ist in vollem Gange. Er begann am Samstag gegen 10 Uhr, schon vorher hatten sich einige Demonstranten für Gegenveranstaltungen eingefunden. Sechs Journalisten sind rausgeflogen. Einer von ihnen wurde am Nachmittag wieder zugelassen.

Eklat beim Landesparteitag der AfD in Werl. Am Samstagmittag wurden Journalisten in den Sitzungssaal eingelassen, sechs von ihnen mussten aber wieder gehen. Einer der Journalisten trug ein Armband mit der Aufschrift "Refugees Welcome". Er wurde am Nachmittag nach Diskussionen mit der Jugendorganisation der AfD und dem Sicherheitspersonal wieder zugelassen.

Bis zum Mittag sorgte die Gegendemonstration für Straßensperrungen, diese wurden jetzt aufgehoben. Während die AfD-Mitglieder eintrafen, hatten sich am Morgen rund 350 Gegendemonstranten vor der Stadthalle in Werl versammelt. Die formierten zwei Sitzblockaden, die nach Einschreiten der Polizei friedlich beendet wurden. Außerdem marschierten sie in Richtung Innenstadt und zurück, am Nachmittag wollen sich einige von ihnen noch im Kurpark treffen. Ursprünglich hatte die Polizei mit bis zu 1000 Gegendemonstranten gerechnet, diese Zahl wurde deutlich unterboten. Die Polizei hatte anscheinend alles im Griff, es gab keine Festnahmen. Ebenfalls nicht tätig werden mussten die DRK-Ortsverbände aus Werl, Soest und Ense sowie die Malteser.

Gegendemo am AfD-Landesparteitag NRW in Werl

Die Innenstadt war zur Zeit der Gegendemo weiträumig abgesperrt, die Polizei zeigte massive Präsenz. Drei Hundertschaften waren angefordert worden, es sollten dem Vernehmen nach bis zu 500 Polizisten bereit stehen.

Auch AfD-Vorsitzende Frauke Petry ist in der Werler Stadthalle anwesend. Eine Anfrage unserer Zeitung nach einem Interview ließ sie aber über Sprecher Andreas Handt zunächst zurückweisen. Dafür habe sie „keine Zeit“.

AfD-Landesparteitag NRW in Werl

Die Presse darf teilnehmen am Parteitag. Was dort inhaltlich besprochen wurde, werden wir berichten.

Vor der Halle aber bezogen einige Delegierte Stellung. Er empfinde die Atmosphäre rund um den Parteitag durchaus als "bedrohlich", sagte Hans-Otto Dinse aus Schwerte. "Klar habe ich Angst, wenn ich von der Polizei geschützt werden muss." Das sei eine „verkehrte Welt“. Günter Boymanns aus Münster sieht das ähnlich: "Die Bedrohung zeigt sich, wenn man sieht, wie viele Polizeiwagen hier stehen." 

Dabei sei es das "gute Recht" der AFD, den Parteitag durchzuführen. Wenn man dazu durch zwei Sperren müsse, sei das "eines demokratischen Landes unwürdig", sagt Boymanns. Man könne das demokratische Recht auf Versammlung nur Dank der Polizei wahrnehmen. Man könne ja gegen die AfD demonstrieren, sagt Dinse. "Aber nicht so." Man sei schon auf der Anfahrt massiv behindert worden, bevor der Tagungsort überhaupt erreicht gewesen sei, ergänzt Wolfgang Demolky (Bochum). „Die haben und gezielt am Fahren behindert.“

Lesen Sie dazu auch:

AfD berät über die "Blaupause für die Bundestagswahl"

Quelle: wa.de

Mehr zum Thema

Kommentare