Vermutlich Notwehr

Streit in Bönen endet für den Angreifer tödlich

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Die tödliche Auseinandersetzung fand in einer Wohnung in den oberen Etagen des Hochhauses an der Rexestraße statt.

[Update 17.36 Uhr] Bönen - Tödlich endete am Mittwochabend eine gewalttätige Auseinandersetzung in Bönen. Opfer ist der 31-jährige Angreifer. Er ist nach den bisherigen Ermittlungen an seinem eigenen Blut erstickt, nachdem er von mehreren Personen überwältigt worden war.

Das Ganze hat sich in einer Wohnung eines Hochhauses an der Rexestraße abgespielt. Die Staatsanwaltschaft geht bislang von einer Notwehrsituation aus, und hat drei vorläufig festgenommene Personen am Donnerstag wieder frei gelassen.

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Kriminalpolizei und der Befragung mehrer Zeugen hatte sich der 31-jährige Bönener am Mittwoch gegen 20.45 Uhr gewaltsam Zutritt zu der Wohnung der 33 Jahre alten Frau verschafft, nachdem er ein Fenster eingeschlagen hatte. Dort randalierte er und bedrohte den Lebensgefährten der Wohnungsinhaberin zunächst verbal.

Mit Schreckschusspistole gedroht

Anschließend griff er den 43-jährigen Mann an, bedrohte ihn mit einer Schreckschusspistole und verletzte ihn leicht. Erst andere Hausbewohner, die durch den Lärm in der Wohnung aufmerksam geworden waren und der herbeigerufene Vater der Frau, konnten den aggressiven Mann schließlich überwältigen und auf dem Boden fixieren.

Am eigenen Blut erstickt

Dabei nahm des Unglück seinen Lauf. Der 31-Jährige hatte sich bei den heftigen Handgreiflichkeiten selbst verletzt und erstickte nach den Ermittlungen der Polizei an seinem Blut. Als die inzwischen von den Nachbarn alarmierten Polizeistreifen und die Rettungskräfte eintrafen, gab der Mann bereits kein Lebenszeichen von sich. Alle Versuche, ihn wiederzubeleben, scheiterten.

Drei vorläufige Festnahmen

Die Polizei nahm die Wohnungsinhaberin, ihren Lebensgefährten und ein weiteren beteiligten Hausbewohner am Mittwochabend zunächst vorläufig fest. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei aus Dortmund liefen anschließend auf Hochtouren.

Bekannte aus dem Drogenmilieu

Die Zeugenbefragungen ergaben schließlich, dass es der verstorbene Angreifer nur auf den Lebensgefährten der Frau abgesehen hatte. Die beiden kannten sich aus dem Drogenmilieu. In diesem Umfeld soll der 43-Jährige den 31-jährigen Bönener mit einigen Männern bekannt gemacht haben, die inzwischen irgendwelche Geldforderungen an ihn gestellt hätten. Dafür hätte der Tote den Lebensgefährten der Wohnungsinhaberin verantwortlich gemacht und deshalb seine Attacken gestartet, so Staatsanwalt Henner Kruse.

"Hintergründe noch nicht ganz klar"

„Die Hintergründe des Vorfalls sind noch nicht ganz klar und wir ermitteln weiter“, erklärte er schließlich am Donnerstagnachmittag. „Zunächst gehen wir davon aus, dass die drei Festgenommenen nur in Notwehr gehandelt haben. Deshalb haben wir auch keinen Haftbefehl erlassen. Sollte sich die Notwehrsituation bestätigen, wird es auch keine Anklage geben“, sagte Kruse.

Quelle: wa.de

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