Rheinkirmes, CSD-Parade oder Libori-Kirmes

Mehr Geld für Sicherheit: Kosten bei Großveranstaltungen steigen

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Vom 15. bis zum 24. Juli gastiert die traditionsreiche Rheinkirmes mit 305 Schaustellern am linksrheinischen Düsseldorfer Ufer gegenüber der Altstadt.

Düsseldorf - Viele Millionen Menschen besuchen jedes Jahr Volksfeste und andere öffentliche Großveranstaltungen in NRW. Damit sich alle wohlfühlen, gibt es strenge Sicherheitsauflagen. Auf die Veranstalter kommen immer höhere Kosten zu.

Ob bei der Rheinkirmes oder dem Christopher Street Day (CSD) - die Sicherheitskosten sind bei vielen Großveranstaltungen in diesem Jahr deutlich gestiegen. Für die stets von einem Millionenpublikum besuchte Rheinkirmes in Düsseldorf sind sie in diesem Jahr gut zehn Prozent höher als 2015. In den entsprechenden Ausgaben von bis zu 120.000 Euro wirke sich auch ein für dieses Mal geplantes zweites Feuerwerk aus, sagte Organisator Thomas König am Donnerstag in Düsseldorf. 

Vom 15. bis zum 24. Juli kampiert die traditionsreiche größte Kirmes am Rhein mit 305 Schaustellern am linksrheinischen Ufer gegenüber der Altstadt. Zu dem zehn Tage dauernden Volksfest werden rund vier Millionen Besucher erwartet. Polizei und Feuerwehr sind jeweils mit einer eigenen Wache vor Ort. Unter der Woche sind täglich 100 Polizisten präsent, an den besucherstarken Freitagen und Samstagen deutlich mehr.

"Konkrete Hinweise auf irgendwelche Gefahren haben wir nicht", betonte aber ein Polizeivertreter am Donnerstag. Auch für die 25. Christopher-Street-Day-Parade, die am Sonntag in Köln startet, haben die Veranstalter in diesem Jahr erhöhte Sicherheitskosten. Pressesprecher Nils Schmidt sprach von Mehrkosten in Höhe "von mehreren 10.000 Euro". 

Gestiegen seien vor allem die Personalkosten für mehr Sicherheitsleute. Zudem wurden eine Notfall-Lautsprecheranlage und Lichtmasten aufgestellt. Die Sicherheitsanforderungen seien nach der Duisburger Loveparade-Katastrophe kontinuierlich höher geworden, erklärte Schmidt. 

Die Veranstalter der neun Tage dauernden Libori-Kirmes, die Ende Juli jährlich mehr als 1,5 Millionen Besucher nach Paderborn zieht, geben für Sicherheit heute ebenfalls mehr Geld aus als früher - wie viel genau, das will Marktmeister Rudi Totzeck nicht beziffern. 

Der Anstieg liege aber nicht daran, dass es unsicherer geworden sei, betont er: Auch Totzeck verweist auf die seit der Loveparade-Katastrophe gestiegenen Anforderungen im Rettungswesen und auf die Mindestlöhne für Sicherheitsdienste. 

"Was Kriminalitätsprävention betrifft, sind wir so aufgestellt wie im letzten Jahr", sagt Totzeck - daran sollen weder die Erfahrungen der Kölner Silvesternacht noch Terrorangst etwas ändern. Die Polizei ist vertreten, auch die britische Militärpolizei läuft mit Streife. Taschenkontrollen? Einlassbeschränkungen? Totzeck winkt ab: "Unsere ganze Innenstadt ist eine Kirmesveranstaltung. Das können Sie ja gar nicht absperren". - dpa

Quelle: wa.de

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