Gerichtsurteil

Mit mehr als 100 Messerstichen getötet - Neuneinhalb Jahre Haft

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Krefeld - Für die Tötung eines Obdachlosen mit mehr als 100 Messerstichen ist ein Krefelder zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht sprach den 52-Jährigen wegen Totschlags schuldig.

Angeklagt war er wegen Mordes. 

Das Strafmaß entsprach dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hatte sechseinhalb Jahre Haft beantragt. 

Angeklagter und Opfer hatten sich am Bahnhof in Mönchengladbach kennengelernt und waren am gleichen Tag in die Wohnung des Krefelders gefahren, um gemeinsam Alkohol zu trinken. 

Dann war es zu der Bluttat gekommen. 

Bei der Obduktion wurden 114 Stichwunden an Brust, Hals und Kopf gezählt. 

Der arbeitslose Angeklagte hatte die Tat zugegeben, eine Tötungsabsicht aber trotz des Spurenbildes bestritten. Er sei wütend gewesen, weil ihn der Obdachlose mit einem Messer bedroht habe. 

Der 56-Jährige habe es auf seine Tochter abgesehen gehabt. Er habe eine Verabredung anbahnen sollen. Da sei er ausgerastet und habe selbst zum Messer gegriffen. 

Das Gericht wollte diese spät vorgetragene Tatversion nicht glauben. "Aber irgendeine Provokation muss es gegeben haben", sagte der Vorsitzende Richter. Nachbarn hatten einen Streit gehört. 

Der Messerstecher sei zur Tatzeit mit 2,6 Promille erheblich alkoholisiert gewesen. Er hatte selbst die Polizei alarmiert. - dpa

Quelle: wa.de

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