Mehr tödliche Motorradunfälle in NRW - Polizei setzt Kontrollen fort

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In Nordrhein-Westfalen haben sich bis Ende September mehr tödliche Motorradunfälle ereignet als im Gesamtjahr 2014.

Düsseldorf - Traurige Statistik: Die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer in NRW ist dieses Jahr erneut gestiegen. Hauptgrund bleibt laut Innenministerium das zu hohe Tempo, mit dem viele Biker unterwegs sind. Die Polizei begegnet dem Problem mit gezielten Kontrollen.

Mit Kontrollen an Unfallschwerpunkten reagiert die Polizei auf den starken Anstieg der tödlichen Motorradunfälle. In den ersten neun Monaten dieses Jahres sind in Nordrhein-Westfalen schon mehr Motorradfahrer bei Unfällen gestorben als im Gesamtjahr 2014. Unfallursache ist in vielen Fällen nach Einschätzung des Innenministeriums eine zu schnelle und risikoreiche Fahrweise.

Unfallzahl durch Kontrollen verringert

In einigen Regionen sei es der Polizei aber gelungen, durch Kontrollen die Unfallzahl zu verringern. An einer defensiven Fahrweise hat ein Teil der Biker nach Ansicht eines Unfallforschers kein Interesse. Im laufenden Jahr verunglückten bis Ende September in NRW 72 Biker tödlich. Das sind laut Innenministerium zwei Tote mehr als 2014 und drei mehr als im Gesamtjahr 2013. Insgesamt seien im laufenden Jahr bislang über 4 300 Motorradfahrer in Unfälle verwickelt gewesen, so viele wie seit 2011 nicht mehr. Ressortchef Ralf Jäger (SPD) hatte bereits darauf hingewiesen, dass Raser auch andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringen. "Es sind unverantwortliche Raser, die nicht nur sich, sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmer gefährden."

17 500 Biker in den Sommermonaten überprüft

Unfallschwerpunkte sind in Nordrhein-Westfalen die von Motorradfans bevorzugten Strecken im Sauerland, Siegerland und im Bergischen Land sowie in der Eifel. Allein 17 Motorradfahrer starben dort bis Ende Mai 2015 bei Unfällen. In den Sommermonaten hat die Polizei nach Angaben des Innenministeriums in diesen Gebieten insgesamt rund 17 500 Biker überprüft. Über 3000 von ihnen waren demnach mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs. Zwei Kradfahrer kamen bei Unfällen in der Zeit ums Leben gekommen - weit weniger als in den Monaten davor. "Das Motorrad ist ein Freizeitgerät", sagte der Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV), Siegfried Brockmann.

Kein Interesse am sicheren Fahren

Die meisten Fahrer hätten vor diesem Hintergrund gar kein Interesse daran, sicher und defensiv zu fahren. "Ihnen ist das Risiko durchaus bewusst", vermutete Brockmann. Besonders gefährdete Altersgruppen ließen sich nicht ausmachen, sagte der Leiter des Instituts für Zweiradforschung, Achim Kuschefski: "Die absoluten Zahlen sagen oft, dass gerade ältere Fahrer in Motorradunfälle involviert sind".

Die älteren Fahrer bildeten aber auch die größte Biker-Gruppe, gab er zu bedenken. Sie profitierten außerdem von ihrer Erfahrung, die den Jüngeren oft noch fehle. - dpa

Quelle: wa.de

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