Miese Tricks am Würfeltisch: Prozess um Falschspiel und Erpressung

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Dortmund - Weil er gemeinsam mit Komplizen mehrere Zocker beim Würfelspiel mit elektronischen Tricks betrogen und anschließend erpresst haben soll, muss sich ab kommendem Dienstag ein 39-Jähriger vor dem Dortmunder Landgericht verantworten. Die Anklage wirft dem mehrfach vorbestraften Idris S. räuberische Erpressung vor.

Mitte November 2007 soll ein Mittäter des Angeklagten in einem Café in der Dortmunder Innenstadt einen anderen Gast zum Würfelspiel animiert und ihm auch Geld zum Zocken angeboten haben. 

Bei diesem Spiel sollen magnetische Würfel zum Einsatz gekommen sein. Unter dem Tisch habe sich ein Elektromagnet befunden, der sich aus der Ferne steuern ließ, wie Gerichtssprecher Dr. Jan Wiethoff am Freitag erklärte. 

Der Geschädigte soll auf diese Weise 80.000 Euro an einen weiteren Mittäter verloren haben. In der Folge soll der Angeklagte mit seinen Komplizen dem Opfer massiv gedroht und so mehr als 20.000 Euro erpresst haben. 

Schon im Frühjahr 2007 soll im selben Café ein anderer Gast an einem Würfelspiel teilgenommen haben. Dieser verlor in der Folge 100.000 Euro, die wiederum ein Komplize von Idris S. zur Verfügung stellte. 

Zur vereinbarten Geldübergabe habe man sich auf einer Autobahnraststätte in Lüdenscheid verabredet. Dort hätten die Täter das Opfer bedroht und zur Unterzeichnung eines 100.000-Euro-Wechsels genötigt. Diese Forderung habe man später auf die Hälfte reduziert. Insgesamt habe der Geschädigte in Teilbeträgen fast 10.000 Euro bezahlt. Weitere 30.000 Euro sollen Idris S. und seine Mittäter vom Betreiber eines anderen, ebenfalls in der Dortmunder Innenstadt ansässigen Cafés von Dezember 2007 bis November 2008 erpresst haben. 

Diesem habe die Bande erklärt, dass sie die dort von einem anderen Unternehmen aufgestellten Spielautomaten nunmehr übernommen hätte, weswegen eine Abstandszahlung in Höhe von 20.000 Euro zuzüglich Zinsen zu leisten sei. Dieser Betrag könne auch mit den Gewinnen aus den Automaten bezahlt werden. 

Die Täter bedrohten ihr Opfer mehrfach, sodass dieses schließlich 30.000 Euro unter der Voraussetzung zahlte, dass im Gegenzug auf weitere Forderungen verzichtet würde. 

Der Angeklagte Idris S. ist mehrfach vorbestraft, angefangen von Verkehrsdelikten bis hin zu einem Fall von schwerem Raub. Zu einer Haftstrafe wurde er bislang aber nicht verurteilt. In der Vergangenheit soll er sein Geld unter anderem mit dem Aufstellen von Spielautomaten verdient haben. Die Geschädigten stammen aus dem Raum Dortmund und aus dem Sauerland, befinden sich zum Teil aber wegen anderer Straftaten selbst in Haft.

von Manuel Klötzer

Quelle: wa.de

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